Solingen diskutiert über die Zukunft von sieben Kirchen und Gemeinschaftszentren bis 2035
Mark BolnbachSolingen diskutiert über die Zukunft von sieben Kirchen und Gemeinschaftszentren bis 2035
Sieben Kirchen und Gemeinschaftszentren in Solingen stehen vor einer ungewissen Zukunft. Die Evangelische Kirche schlägt vor, ihre Standorte von derzeit 13 Kirchen und neun Zentren auf nur noch vier katholische kirche und drei Gemeinschaftseinrichtungen bis 2035 zu reduzieren. Die endgültigen Entscheidungen sollen bis 2027 fallen, doch bereits jetzt äußern Anwohner und lokale Gruppen Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Nachbarschaften und das Angebot an Dienstleistungen.
Die erste öffentliche Informationsveranstaltung zu den Plänen zog zahlreiche Besucher an, darunter Vertreter sowohl evangelischer als auch katholischer kirche. Zu den betroffenen Standorten zählen die Christuskirche mit ihrem Rupelrath-Gemeinschaftszentrum, die Evangelische Kirche Mangenberg mit dem Corinthstraße-Gemeinschaftshaus sowie die Evangelische Stadtkirche Mitte, deren weitere Prüfung noch aussteht. Langfristig plant die Kirche, nur die Standorte in Ohligs, Walder, Dorper und Gräfrath zu erhalten, dazu drei Gemeinschaftszentren in Höhscheid, in der Wittenbergstraße sowie in der Schützenstraße/Ritterstraße.
Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat daraufhin eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um die betroffenen Gemeinden zu unterstützen. Sie verweist auf mögliche Herausforderungen, darunter Baurecht, soziale Netzwerke und kulturelle Aktivitäten, die mit diesen Gebäuden verbunden sind. Zwar gibt es noch keine konkreten Alternativnutzungen, doch die SPD sichert Hilfe bei planungsrechtlichen Fragen und der Aufrechterhaltung lokaler Angebote zu.
Offizielle Gespräche zwischen Kirche und Stadtverwaltung über eine Umnutzung der Standorte haben bisher nicht stattgefunden. Die SPD-Arbeitsgruppe will jedoch als Vermittlerin zwischen kirchlichen Verantwortlichen und politischen Entscheidungsträgern fungieren. Die abschließende Abstimmung in der Synode ist für März 2026 geplant, bis 2027 sollen alle Beschlüsse gefallen sein.
Die Zukunft dieser Gebäude wird voraussichtlich in den kommenden Jahren ein zentrales Thema für das städtische Leben in Solingen bleiben. Das Engagement der SPD deutet darauf hin, dass die Sorge um die sozialen und kulturellen Folgen möglicher Schließungen weitreichend ist. Bislang läuft das Verfahren weiter – klare Alternativen für die von einer Schließung bedrohten Standorte gibt es jedoch noch nicht.