Sexismus-Vorwürfe gegen CDU-Kandidat Hagel entfachen Wahlkampf-Eklat zwischen Grünen und Union
Linus JesselSexismus-Vorwürfe gegen CDU-Kandidat Hagel entfachen Wahlkampf-Eklat zwischen Grünen und Union
Ein politischer Streit ist entbrannt, nachdem die Grünen-Politikerin Zoe Mayer ein Video des CDU-Kanzlerkandidaten Manuel Hagel geteilt hat. Die Aufnahme zeigt Äußerungen aus dem Jahr 2018, in denen Hagel das Aussehen einer Studentin kommentierte – und löste damit Sexismus-Vorwürfe aus. Politiker der Union konterten umgehend und warfen Mayer sowie den Grünen vor, eine gezielte Diffamierungskampagne zu führen.
Das während des Bundestagswahlkampfs 2025 veröffentlichte Video zeigt Hagel, wie er eine junge Frau namens Eva hauptsächlich anhand ihres Äußeren beschreibt. Mayer verurteilte die Bemerkungen als sexistisch und forderte Konsequenzen. Die Grünen unterstützten ihre Haltung und betonten, das Video offengelegt habe, wie verbreitet unangemessenes Verhalten in der Politik sei.
Die Union wies jede Schuld von Hagels Seite zurück und warf Mayer sowie den Grünen vor, den Kontext bewusst verzerrt zu haben, um seinen Ruf zu schädigen. Dieser Schlagabtausch fällt in eine Phase erhitzter Wahlkampfstimmung, in der Union und AfD gemeinsam einen migrationspolitischen Antrag vorantreiben.
Die CDU sah sich bereits früher mit ähnlichen Kontroversen konfrontiert. 2021 ging ein Clip viral, in dem Hagel eine Frau mit dem Begriff "Rehaugen" (betrunkene Augen) beschrieb – Verbündete wie Jens Spahn taten dies damals als aus dem Zusammenhang gerissen ab. Kritiker verwiesen zudem auf frühere Kampagnen der Partei, etwa die Taktik im Wahlkampf 1994, als eine einzelne rote Socke aufgehängt wurde, um die SPD anzugreifen, oder Jürgen Rüttgers' Aussage aus dem Jahr 2000, deutsche Kinder – und nicht "Indianer" – sollten IT-Jobs besetzen.
Historisch betrachtet war die Union sowohl Ziel als auch Urheber polarisierender Strategien. Konrad Adenauer warf SPD-Politikern etwa vor, Gelder aus der DDR angenommen zu haben, während die Partei selbst für rassistische Behauptungen in die Kritik geriet – etwa die falsche Behauptung, Asylsuchende würden Deutschen Zahnarzttermine wegnehmen. In jüngerer Zeit gibt es jedoch weniger Beispiele, in denen die CDU solche Provokationen aktiv vorantrieb; oft stellt sie sich vielmehr als Opfer von Angriffen der Opposition dar.
Der aktuelle Streit hat die Debatte über politisches Anstandsverhalten und Wahlkampftaktiken neu entfacht. Während Mayer und die Grünen Hagels Äußerungen als inakzeptabel brandmarken, besteht die Union darauf, das Video sei eine gezielte Falschdarstellung. Der Konflikt verdeutlicht die angespannte Stimmung im Wahlkampf, in dem die Parteien zwischen strategischer Positionierung und öffentlicher Kritik lavieren müssen.






