Sabotagewelle 2025: Wer greift Deutschlands Schienennetz gezielt an?
Kirsten HentschelSabotagewelle 2025: Wer greift Deutschlands Schienennetz gezielt an?
2025 verzeichnete Deutschland einen drastischen Anstieg gezielter Angriffe auf die Verkehrsinfrastruktur. Die Behörden registrierten 93 Straftaten, die als vorsätzliche Sabotage eingestuft wurden und das Schienennetz im gesamten Land betrafen. Die Vorfälle haben Besorgnis über die Sicherheit kritischer Verkehrswege ausgelöst.
Das Jahr begann mit einem Brand in einem Berliner Kabelkanal im Januar 2025, der den Regionalverkehr lahmlegte. Linksextremisten bekannten sich zu dem Anschlag. Nur wenige Tage später, am 12. Januar, entgleiste ein Güterzug zwischen Essen und Oberhausen, nachdem eine Metallklemme auf den Schienen platziert worden war – die vordere Achse der Lokomotive sprang aus den Gleisen. Kurz darauf sollte ein US-Militärkonvoi dieselbe Strecke passieren.
Die Bundesanwaltschaft nahm später drei Männer fest, die der Planung von Brand- und Bombenanschlägen auf den Güterverkehr beschuldigt wurden. Die Verhaftungen erfolgten im Rahmen einer umfassenderen Ermittlung zu der wachsenden Zahl von Sabotagefällen. Im Herbst 2025 verübten zwei Ukrainer im Auftrag Russlands Sprengstoffanschläge auf eine Bahnstrecke zwischen Warschau und Lublin.
Die Behörden ordneten die Vorfälle von 2025 nach vermuteten Motiven: 37 als „sonstige Zuordnung“, 18 als linksextremistisch, 10 als rechtsextremistisch, 12 als ausländisch gesteuert und 16 als religiös motiviert. Trotz dieser Einstufungen zeigen sich die Ermittler zurückhaltend, wenn es darum geht, konkrete Täter oder Beweggründe einzelnen Fällen zuzuschreiben. Die Angriffe reihten sich in eine Serie mutmaßlicher Sabotageakte an Deutschlands Schienennetz ein, die mindestens seit 2022 verzeichnet werden.
Die Zunahme der Sabotagefälle hat den Verkehr gestört und die Sicherheitsbedenken verschärft. Die Ermittlungen dauern an, während die Behörden versuchen, die Verantwortlichen zu identifizieren. Die Einordnung der Motive bleibt eine Herausforderung für die Strafverfolgungsbehörden.






