30 May 2026, 10:11

RWE plant Mega-See im Tagebau Hambach – doch Kritik wächst

Großes Projekt in der Kritik: 'Europas größtes Loch' soll umgestaltet werden

RWE plant Mega-See im Tagebau Hambach – doch Kritik wächst

Energiekonzern RWE treibt Pläne voran, aus dem Tagebau Hambach einen riesigen künstlichen See zu machen

Der Energiekonzern RWE setzt seine Vorhaben um, den Braunkohletagebau Hambach in einen gewaltigen Stausee zu verwandeln. Das Projekt, das 2030 starten soll, wird ein Gewässer schaffen, das tiefer als der Bodensee sein wird. Umweltverbände äußern jedoch bereits Bedenken hinsichtlich der Wasserquelle und der bisherigen Vorgehensweise des Unternehmens.

Der künftige See wird sich über 42 Quadratkilometer erstrecken und eine Tiefe von 365 Metern erreichen – mehr als 100 Meter tiefer als der Bodensee. Die Befüllung wird Jahrzehnte dauern: Bis 2040 soll die tiefste Stelle 200 Meter erreichen, und bis 2033 wird erwartet, dass der Wasserspiegel ein Drittel seiner endgültigen Höhe erreicht.

RWE plant, ab 2030 mit der Flutung des Tagebaus zu beginnen, wobei Wasser aus dem Rhein über Leitungen herangeführt wird. Drei jeweils 45 Kilometer lange Rohre sollen bis zu 18.000 Liter pro Sekunde von Elsdorf zur Abbaustätte transportieren. Allerdings bleibt der Tagebau Hambach bis 2030 in Betrieb, was die Entstehung des Sees verzögert.

Kritik kommt vom BUND Naturschutzverband, der vor Chemikalien- und Medikamentenrückständen im Rheinwasser warnt. Die Organisation fordert, das Wasser müsse vor dem Einleiten in den Tagebau gefiltert werden. Zudem stößt das Projekt auf Widerstand wegen RWEs Vergangenheit, als der Konzern den Hambacher Forst für den Braunkohleabbau rodete.

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Mit der vollständigen Fertigstellung wird erst um das Jahr 2080 gerechnet, wenn der See voraussichtlich 3,6 Milliarden Kubikmeter Wasser fassen wird. Der künstliche See wird schließlich eine riesige Fläche bedecken, doch der Zeitplan für seine Entstehung erstreckt sich über 50 Jahre. Umweltbedenken und die frühere Praxis von RWE erschweren das Vorhaben zusätzlich. Falls realisiert, würde er zu einem der größten und tiefsten Seen Deutschlands werden.

Quelle