Richterentscheid zum Messerangriff in Siegen tritt in Kraft - Richterentscheid zum Messerangriff in Siegen tritt in Kraft
Gerichtsurteil im Siegen-Bus-Messerangriff rechtskräftig
Gerichtsurteil im Siegen-Bus-Messerangriff rechtskräftig
Gerichtsurteil im Siegen-Bus-Messerangriff rechtskräftig
- Dezember 2025, 14:29 Uhr
Eine 32-jährige Frau ist wegen eines Messerangriffs in einem Pendelbus während des Siegen-Stadtfests im August 2024 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Urteil, das zunächst vom Landgericht Siegen im April 2025 gefällt worden war, wurde am 22. Dezember 2025 vom Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigt. Das Gericht sprach sie in drei Fällen des versuchten Mordes mit Vorsatz schuldig.
Ihr Name wurde in öffentlichen Berichten nicht genannt, doch der Fall hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt – auch wegen des Zeitpunkts: Nur eine Woche nach der tödlichen Messerattacke in Solingen.
Der Angriff ereignete sich am 30. August 2024, als der Bus Fahrgäste zum jährlichen Siegen-Stadtfest brachte. Plötzlich zog die Frau ein Klappmesser hervor und stach drei jungen Männern in den Hals. Eine vierte Person, eine Frau, wurde ebenfalls verletzt, bevor zwei weitere Fahrgästinnen und ein Mann die Angreiferin überwältigen und entwaffnen konnten.
Während des Prozesses gab die Angeklagte zu, nach den Berichten über den Angriff in Solingen einen „flüchtigen Gedanken“ gehabt zu haben, noch mehr Menschen zu töten. Das Gericht räumte ein, dass sie unter einer mittleren psychischen Erkrankung litt, erklärte sie jedoch für voll schuldfähig. Die Richter sahen in ihren Handlungen Vorsatz und eine bewusste Tötungsabsicht – trotz ihrer Beteuerungen, aus Verzweiflung gehandelt zu haben. Das Landgericht Siegen verurteilte sie im April 2025 zu lebenslanger Haft. Nach ihrer Revision prüfte der BGH den Fall und wies die Berufung zurück, wodurch das ursprüngliche Urteil rechtskräftig wurde. In der Begründung hieß es, ihr Gefühl der Hoffnungslosigkeit habe sie zu der Tat getrieben, um auf ihr Leid aufmerksam zu machen.
Mit dieser Entscheidung sind die juristischen Verfahren in einem Fall abgeschlossen, der das Land erschüttert hat. Die Frau muss eine lebenslange Haftstrafe für den vorsätzlichen Angriff verbüßen, bei dem vier Menschen verletzt wurden. Durch das BGH-Urteil sind weitere Rechtsmittel ausgeschlossen, die Verurteilung ist damit endgültig.