Rheinmetall kämpft um Milliardenauftrag für sechs Marine-Fregatten der Klasse 126
Kirsten HentschelRheinmetall kämpft um Milliardenauftrag für sechs Marine-Fregatten der Klasse 126
Rheinmetall steht vor einem Milliardenauftrag für sechs Fregatten der Klasse 126 für die Deutsche Marine. Der Deal, der das Unternehmen milliardenfach stärken könnte, wird umso entscheidender, da der Wettbewerb mit ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) weiter zunimmt. Trotz solider Geschäftszahlen hat die Unsicherheit über den Auftrag den Aktienkurs von Rheinmetall spürbar belastet.
Das Bundesministerium der Verteidigung prüft derzeit zwei Optionen für das Fregattenprogramm. Rheinmetall könnte als Generalunternehmer für die Klasse 126 fungieren, wobei das erste Schiff voraussichtlich Ende 2031 ausgeliefert werden soll. Alternativ könnte TKMS mit seinen kleineren MEKO A-200 DEU-Fregatten den Zuschlag erhalten. Die Entscheidung hängt weniger von festen politischen oder rechtlichen Kriterien ab, sondern davon, welches Unternehmen schneller und zuverlässiger liefern kann.
Die angespannte globale Sicherheitslage hat die Nachfrage nach Militärtechnik befeuert und Rheinmetalls Geschäft angekurbelt. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 stieg der Umsatz um 20 % auf 7,5 Milliarden Euro, während der operative Gewinn um 18 % auf 835 Millionen Euro kletterte. Zudem verzeichnet das Unternehmen einen Rekordauftragsbestand von 64 Milliarden Euro. Dennoch blockieren Verzögerungen im Bundeshaushalt die Vergabe von Aufträgen – darunter auch die Entscheidung über die Fregatten.
TKMS versucht nun, Rheinmetall im Rennen um den Deal auszustechen. Anleger beobachten die Entwicklung genau, da das Ergebnis den Aktienkurs von Rheinmetall in den kommenden Monaten maßgeblich beeinflussen könnte. Der Fregattenauftrag bleibt ein zentraler Faktor für die Marktposition des Konzerns. Eine Entscheidung wird für diesen Sommer erwartet, doch Haushaltsverzögerungen und die Konkurrenz durch TKMS erhöhen den Druck. Während die finanzielle Stärke des Unternehmens ungebrochen ist, lastet die Unsicherheit über dieses hochkarätige Rüstungsgeschäft schwer auf der Zukunftsplanung.






