Rheine: Rathaus-Sanierung platzt aus allen Nähten – 77 Millionen und noch immer Baustelle
Laila SchomberRheine: Rathaus-Sanierung platzt aus allen Nähten – 77 Millionen und noch immer Baustelle
Rathauszentrum in Rheine: Sanierung mit massiven Verzögerungen und explodierenden Kosten
Die Sanierung des Rathauszentrums in Rheine hat erhebliche Rückschläge erlitten und dauert eineinhalb Jahre länger als ursprünglich geplant. Zudem sind die Kosten von zunächst veranschlagten 44 Millionen Euro auf voraussichtlich 77 Millionen Euro hochgeschnellt. Trotz der noch laufenden Arbeiten wird das Gebäude wie vorgesehen am Dienstag eröffnet.
Erste Warnsignale für Verzögerungen und Kostenüberschreitungen gab es bereits vor drei Jahren, als der Bund der Steuerzahler das Projekt in sein "Schwarzbuch" aufnahm. Damals mehrten sich bereits die Bedenken wegen steigender Ausgaben und verfehlter Ziele.
Während der Bauarbeiten wurde Asbest entdeckt, was zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen erforderlich machte und die Kosten weiter in die Höhe trieb. Bürgermeister Peter Lüttmann räumte später ein, dass er selbst Zweifel gehabt habe, ob das Projekt den ursprünglichen Zeitplan einhalten könne. Hinzu kamen lieferkettenbedingte Engpässe durch den Krieg und die Inflation, die die Ausgaben zusätzlich ansteigen ließen.
Obwohl die Eröffnung nun für Dienstag feststeht, ist die Stadtbibliothek fertiggestellt und empfängt Besucher. Einige Geschäfte sowie der große Veranstaltungsbereich sind jedoch noch nicht fertiggestellt. Trotz der unvollendeten Arbeiten haben sich die Verantwortlichen entschieden, die Eröffnung nicht erneut zu verschieben, sondern wie geplant durchzuführen.
Das Rathauszentrum öffnet somit mit noch immer laufenden Bauarbeiten. Die Endkosten werden voraussichtlich bei 77 Millionen Euro liegen – fast das Doppelte der ursprünglichen Schätzung. Als Hauptgründe für die Verzögerungen und steigenden Ausgaben nennen die Stadtverantwortlichen Asbestfunde, Inflation und externe Störungen.






