Rewe verklagt: Verbraucherzentrale wirft Supermarkt Preismanipulation vor
Kirsten HentschelRewe verklagt: Verbraucherzentrale wirft Supermarkt Preismanipulation vor
In Köln entbrennt ein Rechtsstreit um die Preispolitik von Supermärkten. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat den Handelskonzern Rewe verklagt und wirft der Kette vor, wichtige Preisinformationen zu verschleiern. Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob Kunden fundierte Kaufentscheidungen treffen können, wenn bei Rabattaktionen die ursprünglichen Preise fehlen.
Die Klage richtet sich gegen die Rewe-App sowie Instore-Werbung, die Gutscheine anbietet – etwa 2 Euro Rabatt auf den Söhnlein Brillant-Sekt – ohne den regulären Verkaufspreis zu nennen. Verbraucherschützer argumentieren, dass Kunden ohne diese Angabe nicht beurteilen können, ob es sich um ein echtes Schnäppchen oder bloße Marketingtricks handelt. Ähnliche Plakate in Rewe-Filialen bewerben Rabatte, ohne die tatsächlichen Preise zu nennen, und lassen Kunden im Unklaren.
Die Verbraucherzentrale sieht darin einen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), insbesondere gegen die Paragrafen 3 und 5a, die irreführende Geschäftspraktiken verbieten. Zudem wirft Rewe's Vorgehen Fragen zum Datenschutz auf, da die App im Gegenzug für Rabatte umfangreiche Einkaufsdaten sammelt.
Das Landgericht Köln scheint gespalten: Die vorsitzende Richterin räumte ein, dass es unterschiedliche Rechtsauffassungen gebe. Das Urteil wird am 19. November erwartet und könnte die Regeln für digitale Werbung im Lebensmitteleinzelhandel neu definieren. Sollte das Gericht den Verbraucherschützern recht geben, könnten auch andere große Ketten wie Aldi, Lidl/Kaufland und Edeka unter Druck geraten.
Die Entscheidung wird klären, ob Supermärkte künftig verpflichtet sind, neben Rabattpreisen auch die ursprünglichen Preise anzugeben. Ein Urteil gegen Rewe könnte strengere Vorschriften nach sich ziehen und die Branche zu mehr Transparenz zwingen. Bis dahin warten Kunden und Händler auf ein Urteil, das die Werbung für Sonderangebote grundlegend verändern könnte.






