18 February 2026, 02:19

Rentensystem vor dem Kollaps: Immer weniger zahlen für immer mehr Rentner

Ein gerahmtes Plakat zum 70. Jahrestag des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, mit einer Gruppe von Menschen in der Mitte und umgeben von Text und Zahlen.

Rentensystem vor dem Kollaps: Immer weniger zahlen für immer mehr Rentner

Deutschlands Rentensystem steht vor wachsendem Finanzdruck, da die Zahl der Rentner stark ansteigt. Bis 2031 wird das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern auf nur noch 1,33 sinken – immer weniger Erwerbstätige müssen dann für immer mehr Leistungsempfänger aufkommen. Die Bundesregierung plant, das Rentenniveau bis dahin bei 48 Prozent festzuschreiben, doch Kritiker warnen, dass dieser Schritt die öffentlichen Finanzen und künftige Generationen übermäßig belasten könnte.

Laut aktuellen Prognosen des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) wird die Zahl der Rentner bis 2031 deutlich steigen. Auf 100 Erwerbstätige kommen dann 36 Rentner – ein Anstieg um 20 Prozent gegenüber 2022. Diese Entwicklung drückt das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern auf 1,33, was bedeutet, dass immer weniger Menschen das System finanzieren müssen.

Die Beibehaltung des 48-Prozent-Rentenniveaus im Jahr 2031 würde nach IW-Berechnungen 15,7 Milliarden Euro kosten. Bleibt der Beitragssatz 2028 bei 20 Prozent, müsste der Bund bis 2031 zusätzlich 16,5 Milliarden Euro in die Rentenkasse einbringen. Der Nachhaltigkeitsfaktor, der die Renten an das Verhältnis von Beitragszahlern zu Leistungsempfängern anpasst, würde das Wachstum eigentlich bremsen – doch die 48-Prozent-Garantie hebt diese Regelung auf.

Rentner, die 45 Jahre lang zu Durchschnittslöhnen gearbeitet haben, erhalten dann eine Rente in Höhe von 48 Prozent des aktuellen Durchschnittseinkommens. Allerdings bringt die Erhöhung von 47 auf 48 Prozent nur etwa 38 Euro mehr im Monat.

Die SPD argumentiert, dass ohne eine Verlängerung der 48-Prozent-Garantie über 2031 hinaus das Rentenniveau stark sinken und jüngere Arbeitnehmer im Alter schlechter dastehen könnten. Die Junge Union lehnt die Reform hingegen ab und wirft der Regierung vor, künftige Generationen mit höheren Kosten zu belasten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

2022 lag der durchschnittliche Beitragssatz zur gesetzlichen Rente bei 18,6 Prozent. Die Regierung hat bereits beschlossen, ihn bis 2028 auf 20 Prozent anzuheben – was die finanzielle Belastung weiter verschärft.

Ziel der Rentenreform ist es, das 48-Prozent-Niveau für Rentner zu sichern. Doch die finanziellen Anforderungen sind enorm. Mit immer weniger Beitragszahlern, die für immer mehr Rentner aufkommen müssen, wird das System zunehmend von staatlichen Zuschüssen abhängig sein. Die Debatte darüber, ob der aktuelle Plan Gerechtigkeit für heutige Rentner mit den langfristigen Kosten für jüngere Steuerzahler in Einklang bringt, dauert an.