Regierungsflüge: Hunderte Leerflüge sorgen für Kritik an Kosteneffizienz
Kirsten HentschelRegierungsflüge: Hunderte Leerflüge sorgen für Kritik an Kosteneffizienz
Ein neuer Bericht offenbart, wie häufig Deutschlands Spitzenpolitiker in einem Zeitraum von acht Monaten Regierungsflüge nutzten. Der Linken-Politiker Dietmar Bartsch hatte die Daten angefordert, die Reisen von Mai bis Ende 2025 abdecken. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Zahl an Leerflügen neben Passagierflügen – und werfen damit Fragen zur Kosteneffizienz auf.
Das Verteidigungsministerium verzeichnete in diesem Zeitraum 488 Passagierflüge für Kabinettsmitglieder und den Bundespräsidenten. Doch diesen standen rund 700 sogenannte "Positionierungsflüge" gegenüber – also Leerflüge zu Trainingszwecken oder zur Umpositionierung der Maschinen. Bartsch kritisierte dieses Missverhältnis und bezeichnete die vielen Flüge ohne Passagiere als "schwer vermittelbar".
Das Bundeskanzleramt führte die Statistik mit 106 Flügen an, gefolgt vom Auswärtigen Amt mit 96. Das Bundespräsidialamt kam auf 66 Flüge. Allein diese beiden Ämter machten damit 172 der 488 Passagierflüge aus. Das Agrarministerium nutzte den Service dagegen nur zweimal – und damit am seltensten von allen Ressorts.
Bartsch wies zudem auf den Standort des Lufttransportgeschwaders in Köln als "teuren strukturellen Fehler" hin. Es ergebe wenig Sinn, die Operationen dort aufrechtzuerhalten, wo doch Berlin seit über 30 Jahren Hauptstadt sei, argumentierte er. Zu seinen Vorschlägen gehörten eine stärkere Nutzung von google flügen oder der Bahn, um Kosten zu sparen.
Die Daten legen eine starke Abhängigkeit von Regierungsflügen offen: Fast 1.200 Flüge in weniger als einem Jahr. Bartschs Forderung nach sparsameren Reiseoptionen folgt auf die Kritik an der hohen Zahl der Leerflüge. Der Bericht könnte die Debatte darüber anheizen, wie öffentliche Gelder für den offiziellen Transport ausgegeben werden.






