Proteste gegen Atommüll-Transporte in NRW: Aktivisten kämpfen um Brücken und Klagen
Kirsten HentschelProteste gegen Atommüll-Transporte in NRW: Aktivisten kämpfen um Brücken und Klagen
Pläne, 152 Lkw-Ladungen mit Atommüll vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus zu transportieren, stoßen auf Widerstand von Umweltschutzgruppen und Aktivisten. Die Transporte, bei denen hochradioaktive Castor-Behälter zum Einsatz kommen sollen, haben zwar noch keine festen Termine, sehen sich aber bereits mit rechtlichen Klagen und öffentlichen Protesten konfrontiert.
Der Landesverband Nordrhein-Westfalen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND NRW) hat gegen die genehmigten Transporte rechtliche Schritte eingeleitet. Die Klage, die beim Verwaltungsgericht Berlin eingereicht wurde, war 2025 nach einem Eilantrag (Aktenzeichen VG 10 L 474/25) abgewiesen worden. Trotz der Ablehnung argumentiert die Organisation weiterhin, dass die Transporte inakzeptable Risiken für das nordrheinwestfälische Bundesland (NRW) bergen.
Rund 100 Demonstranten wollen sich gegen die Transporte aussprechen und starten um 11:00 Uhr in der Nähe der Autobahn A2 in Bottrop-Süd. Der Protestzug wird durch Wohngebiete in Bottrop-Fuhlenbrock führen und dabei Brücken über die Autobahn überqueren. Ursprünglich hatte die Polizei die Nutzung dieser Brücken aus Sicherheitsgründen untersagt. Die Veranstalter setzten sich jedoch in einer einstweiligen gerichtlichen Anordnung durch und erreichten die Aufhebung des Verbots.
Die Aktivisten fordern die Abschaffung der Castor-Transporte. Sie bezeichnen den Transport radioaktiven Materials als gefährlich und verlangen einen Stopp der Aktion.
Die Transporte bleiben zwar genehmigt, doch wurden noch keine offiziellen Termine bekannt gegeben. Die Demonstranten werden ihre Kundgebung wie geplant durchführen, nachdem sie das Recht erstritten haben, zentrale Routen zu überqueren. Unterdessen führt der BUND NRW den Rechtsstreit fort und prüft weitere Schritte gegen die Entscheidung.