Private Krankenversicherung wird 2026 um 13 Prozent teurer – wer betroffen ist
Kirsten HentschelPrivate Krankenversicherung wird 2026 um 13 Prozent teurer – wer betroffen ist
Private Krankenversicherungen in Deutschland werden Anfang 2026 drastisch teurer – und treffen etwa 60 Prozent der Versicherten
Die neuesten Zahlen zeigen, dass die Beiträge in diesem Jahr im Schnitt um 13 Prozent steigen, was den langfristigen Aufwärtstrend weiter verschärft. Gleichzeitig werden die Forderungen nach einem einheitlichen, von allen Bürgern finanzierten Gesundheitssystem immer lauter.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind die Prämien der privaten Krankenversicherung (PKV) durchschnittlich um 3,4 Prozent pro Jahr gestiegen. Zwischen 2015 und 2025 lag der Anstieg sogar bei 3,9 Prozent jährlich. Bis 2026 wird die durchschnittliche monatliche Belastung für einen privatversicherten Single voraussichtlich rund 623 Euro erreichen. Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) richten sich die Beiträge in der PKV nicht nach dem Einkommen, was für manche Haushalte eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt.
Etwa zehn Prozent der Deutschen sind privat krankenversichert, der Rest nutzt die gesetzliche Krankenkasse. Ein zentraler Unterschied bleibt der Zugang zur medizinischen Versorgung: Privatversicherte erhalten in der Regel schneller Arzttermine. Dagegen berichten 30 Prozent der gesetzlich Versicherten, dass sie länger als zwei Monate auf einen Facharzttermin warten mussten.
Der starke Kostenanstieg hat die Debatte über eine Reform des Systems neu entfacht. Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, setzt sich für ein solidarisches, von allen gemeinsam finanziertes System ein. Auch Hans-Jürgen Urban, Vorstandsmitglied der IG Metall, schlägt ein "Bürgerversicherung"-Modell vor, das von allen für alle getragen wird. Vor der letzten Bundestagswahl hatten die SPD eine "solidarische Bürgerversicherung" gefordert, indem sie das bestehende Beitragssystem ausbauen wollte.
Die jüngsten Beitragserhöhungen werden ab Anfang 2026 Millionen privat Versicherte in Deutschland belasten. Da die Kosten in den letzten Jahren schneller gestiegen sind als die Löhne, wächst der Druck auf politische Lösungen. Befürworter argumentieren, dass ein einheitliches, einkommensabhängiges System die Unterschiede bei Zugang und Bezahlbarkeit verringern könnte.






