Polizeirevier in Wuppertal verrottet: Beamte kämpfen mit Schimmel und Abwasserlecks
Laila SchomberPolizeirevier in Wuppertal verrottet: Beamte kämpfen mit Schimmel und Abwasserlecks
Polizeirevier in Wuppertal in desolatem Zustand – Streit um Sanierungskosten eskaliert
Ein großes Polizeirevier in Wuppertal ist in einem schwerwiegenden baulichen Verfallszustand, was für die Beamten seit Langem zu erheblichen Problemen führt. Wasserschäden, Schimmelbefall und Abwasserlecks verschärfen die Arbeitsbedingungen zusehends. Trotz provisorischer Instandsetzungen bleibt die Situation ungelöst – die Diskussion über die steigenden Kosten entzündet sich erneut.
Das Gebäude an der Müngstener Straße, im Besitz der Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB), beherbergt wichtige Einheiten wie die Taucherstaffel, die Diensthundeführer und bewaffnete Spezialeinsatzkräfte. Beamte berichten von extremen Zuständen, etwa dass sie durch Abwasser wateten müssen, um ihren Dienst anzutreten. Björn Lüdtke, Vertreter der Gewerkschaft der Polizei, machte auf diese anhaltenden Missstände aufmerksam.
Die Wuppertaler Polizei zahlt derzeit rund 4 Millionen Euro Jahresmiete, doch eine grundlegende Sanierung könnte die Kosten auf bis zu 30 Millionen Euro treiben. Polizepräsident Markus Röhrl kritisiert die ausbleibenden Fortschritte bei der Instandhaltung, während der Landesbetrieb für Bau und Immobilien auf höhere Zahlungen pocht. Gleichzeitig sicherte Innenminister Herbert Reul zwar 1,1 Milliarden Euro für die Polizeiinfrastruktur zu – doch die Mittel stehen erst ab 2030 zur Verfügung.
Auch der Finanzminister bewilligte 450 Millionen Euro an Krediten, was der Bund der Steuerzahler als „versteckte Schulden“ brandmarkt. Trotz dieser finanziellen Schritte arbeiten die Beamten weiterhin unter sich verschlechternden Bedingungen – eine kurzfristige Entlastung ist nicht in Sicht.
Der Konflikt zwischen der Wuppertaler Polizei und dem Landesbauamt bleibt ungelöst. Die Beamten sehen sich unsicheren Arbeitsverhältnissen ausgesetzt, während langfristige Finanzierungslösungen noch Jahre auf sich warten lassen. Ohne beschleunigte Maßnahmen wird sich der Verfall des Reviers sowie die finanziellen Streitigkeiten voraussichtlich weiter verschärfen.






