Pogo statt Ballett
Schalke 04 hat in der Saison 2024/25 eine beeindruckende Wende vollzogen. Nur wenige Monate nach dem schlechtesten Abschneiden in 121 Jahren führt der Verein nun die 2. Bundesliga an. Eine Mischung aus entschlossener Führung und unermüdlichem Einsatz auf dem Platz hat diesen Wandel vorangetrieben.
Im Mai verabschiedeten sich die Fans wütend von der Mannschaft nach einer weiteren enttäuschenden Saison. Zwei Jahre lang hatte Schalke gekämpft, zweimal mit dem Abstieg geflirtet und die Erwartungen nicht erfüllt. Die Zukunft des Clubs schien ungewiss.
Doch dann kam die Veränderung. Der neue Sportdirektor Frank Baumann übernahm das Ruder – mit wenig Geld, aber einer klaren Vision. Er verpflichtete Miron Muslić als Trainer und formte eine Mannschaft, die auf aggressives Pressing und hohe Intensität setzt. Statt teurer Talente jagte der Verein Spielern nach, die Ergebnisse liefern.
Und die Erfolge blieben nicht aus. Schalke verdankt seinen Aufstieg nicht technischer Überlegenheit, sondern purer Leidenschaft. Die Mannschaft liegt auf dem letzten Platz bei Ballbesitz und auf Rang 18 bei der Passquote, führt aber die Liga bei Sprints an. Defensiv ist ihre Bilanz die beste aller drei deutschen Profiligen – obwohl sie weniger Tore erzielt haben als viele Abstiegskandidaten. An Spieltagen agiert das Team wie eine Punkband: laut, unerbittlich und reißt die Gegner mit.
Sogar die jüngste Niederlage in Braunschweig könnte einen Sinn haben. Sie könnte die Spieler auf dem Boden halten, während sie auf einer Welle des Selbstvertrauens reiten. Sollte der Aufstieg in die Bundesliga gelingen, glaubt der Verein, eine Grundlage für langfristige Stabilität geschaffen zu haben.
Schalkes Wiedergeburt basiert auf kluge Verpflichtungen und einer klaren Spielphilosophie. Ihr aggressiver, pressingsstarker Stil hat Schwächen in Stärken verwandelt. Mit Baumann und Muslić an der Spitze blickt der Club nun nach vorn – nicht zurück.