Pflegeversicherung: Höhere Zuschläge für Kinderlose geplant – doch Experte warnt vor Risiken
Kirsten HentschelPflegeversicherung: Höhere Zuschläge für Kinderlose geplant – doch Experte warnt vor Risiken
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken prüft eine Erhöhung des Zuschlags für kinderlose Versicherte in der deutschen Pflegeversicherung. Der geplante Anstieg von 0,6 auf 0,7 Prozent ist Teil umfassender Reformen, die die Finanzierung der Altenpflege sichern sollen. Der Wirtschaftsexperte Martin Werding hat sich in die Debatte eingeschaltet und unterstützt die Pläne – warnt jedoch zugleich vor möglichen Nebenwirkungen.
Werding befürwortet höhere Beiträge von Menschen ohne Kinder, da diese bisher weniger in das System einzahlen. Er verweist darauf, dass erwachsene Kinder bereits heute einen Teil der Pflegekosten ihrer Eltern tragen und so die Belastung für die gesetzliche Versicherung mindern. Sein Vorschlag zielt darauf ab, die Regeln auszuweiten, sodass kinderlose oder kinderarme Personen stärker zur Kasse gebeten werden.
Gleichzeitig äußert Werding Bedenken gegen einen weiteren Reformvorschlag: Er lehnt Pläne ab, nach denen erwachsene Kinder früher als bisher für die Pflegekosten ihrer Eltern aufkommen müssten. Dies könnte seiner Meinung nach ältere Menschen davon abhalten, notwendige Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen.
Die Bundesregierung prüft die Empfehlungen nun im Rahmen der anstehenden Reformen. Werdings Stellungnahme unterstreicht die Gratwanderung zwischen gerechter Beitragsverteilung und der Gewährleistung, dass hilfsbedürftige Senioren weiterhin die nötige Versorgung erhalten.
Durch die mögliche Erhöhung des Zuschlags würden kinderlose Versicherte künftig 0,7 statt 0,6 Prozent zahlen. Werdings Analyse deutet auf eine stärkere finanzielle Verantwortung für Menschen ohne Kinder hin, warnt jedoch vor Regelungen, die ältere Menschen davon abhalten könnten, Unterstützung zu beantragen. Ziel der Reformen ist es, die Finanzierungslücken in der deutschen Pflegeversicherung zu schließen.






