Pflegeheime in NRW am Limit: Ausländische Kräfte sollen Personalmangel lindern
Linus JesselPflegeheime in NRW am Limit: Ausländische Kräfte sollen Personalmangel lindern
Pflegeheime in Nordrhein-Westfalen kämpfen mit massivem Personalmangel
In Nordrhein-Westfalen verschärft sich der Personalnotstand in Pflegeheimen, während die Nachfrage nach Langzeitpflege weiter steigt. In Mönchengladbach wirbt die Caritas-Einrichtung bereits Pflegekräfte aus den Philippinen an, um die Lücken zu schließen – auch Düsseldorfer Pflegeanbieter setzen auf ausländisches Personal. Die Überlastung ist spürbar: Teilweise springen sogar Bewohner ein, um bei Unterbesetzung zu helfen.
Mönchengladbach verzeichnet eine der höchsten Pflegequoten der Region. Mehr als jeder zehnte Einwohner ist auf Leistungen der Pflegeversicherung angewiesen – ein Erbe der städtischen Industriegeschichte, insbesondere der Textilbranche. Viele Bewohner des Caritas-Pflegeheims benötigten bereits jahrelang Unterstützung, bevor sie einzogen, was das ohnehin angespannte System zusätzlich belastet.
Die Einrichtungleitung gibt zu, dass die Personalsuche immer schwieriger wird, da sich kaum noch Einheimische für eine Karriere in der Altenpflege entscheiden. Um gegenzusteuern, wirbt das Heim nun gezielt Krankenschwestern aus den Philippinen an – ein Schritt, den auch Düsseldorfer Pflegeeinrichtungen gehen. Gleichzeitig fordert Helmut Wallrafen von den Mönchengladbacher Sozialdiensten mehr quartiersnahe Pflegeangebote und eine bessere Vernetzung von Fachkräften und Ehrenamtlichen.
Regional werden fast 90 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt. Doch mit einem erwarteten Anstieg der Zahlen um ein Drittel bis 2050 wächst die Herausforderung. Auch Düsseldorf weist eine hohe Pflegequote auf: Jeder zehnte Einwohner ist auf langfristige Unterstützung angewiesen – mehr als in den meisten anderen Teilen Nordrhein-Westfalens.
Der Personalmangel zwingt Pflegeheime, im Ausland nach Lösungen zu suchen, während sie sich gleichzeitig auf die Mithilfe der Bewohner stützen müssen. Angesichts der stark steigenden Nachfrage prüfen lokale Behörden nun Wege, um die ambulante Pflege vor Ort zu stärken. Die Belastung des Systems unterstreicht die Dringlichkeit einer langfristigen Personalplanung in der Region.






