22 December 2025, 18:42

PEM-Studie analysiert die Kritikalität von E-Motor-Materialien

Eine metallene Elektromaschine an einer Wand montiert.

PEM-Studie analysiert die Kritikalität von E-Motor-Materialien

Studie der RWTH Aachen analysiert Kritikalität von Materialien für E-Motoren

Anreißer: Eine Studie der RWTH Aachen untersucht die wichtigsten Rohstoffe für die Produktion von Elektromotoren – mit besonderem Fokus auf deren individuelle Versorgungsrisiken.

Veröffentlichungsdatum: 22. Dezember 2025, 11:11 Uhr MEZ

Schlagwörter: Klimawandel, Industrie, Finanzen, Öffentlicher Nahverkehr

Artikel: Europas Umstieg auf Elektromobilität steht vor einem zentralen Hindernis: die Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten für kritische Rohstoffe. Eine aktuelle Studie der RWTH Aachen zeigt die Risiken auf, die mit Seltenen Erden und anderen Schlüsselkomponenten in der Elektromotorenproduktion verbunden sind. Ohne Kurskorrektur könnten die ehrgeizigen Pläne für grüne Verkehrskonzepte in der Region über Jahre ins Stocken geraten.

Die Forscher der RWTH Aachen untersuchten sechs essentielle Materialien für elektrische Antriebe: Seltene Erden, Kupfer, Elektroblech, Aluminium, Halbleitermaterialien und Isolierstoffe. Zwar sind die Kupferreserven noch ausreichend, doch die Studie betont die Notwendigkeit effizienterer Recyclingverfahren, um die Qualität langfristig zu sichern. Bei anderen Rohstoffen gestaltet sich die Lage weitaus problematischer.

Europa deckt derzeit nur etwa 10 Prozent des weltweiten Halbleiterbedarfs – und hinkt damit der Konkurrenz fast ein Jahrzehnt hinterher. Noch größer ist die Lücke bei Seltenen Erden: Hier ist die EU aufgrund technischer Hürden und hoher Investitionskosten stark von China abhängig. Deutsche und europäische Hersteller arbeiten zwar an Lösungen, um diese Materialien einzusparen oder zu ersetzen, doch die Fortschritte bleiben zäh. Oft erweisen sich regulatorische Vorgaben, Kostendruck und materialbedingte Grenzen als Hindernisse, sodass Reduktionsstrategien die pragmatischste Option darstellen. Selbst mit diesen Maßnahmen könnte die Umgestaltung der Lieferketten jedoch 10 bis 15 Jahre in Anspruch nehmen – eine Verzögerung, die Europas Pläne für die Elektrifizierung des Verkehrs und die Emissionsreduktion gefährdet.

Die Studie unterstreicht die Verwundbarkeit Europas bei der Beschaffung entscheidender Rohstoffe für Elektrofahrzeuge. Ohne beschleunigte Gegenmaßnahmen bleibt die Region bei der sauberen Mobilität weiter von ausländischen Zulieferern abhängig. Bis auf Weiteres setzen die Hersteller auf eine Kombination aus Substitution, Einsparungen und langfristigen Reformen der Lieferketten.