Oranges Licht gegen Gewalt: Wie die Stadt auf Misshandlung von Frauen und Mädchen aufmerksam macht
Laila SchomberOranges Licht gegen Gewalt: Wie die Stadt auf Misshandlung von Frauen und Mädchen aufmerksam macht
Vor dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen am 25. November hat die Stadtverwaltung eine Kampagne gestartet, um auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam zu machen. Die Initiative ist Teil der weltweiten UN-Women-Aktion „Orange the World“ und läuft bis zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember. Mit oranger Beleuchtung, Bannern und einer symbolischen Bank vor dem Neuen Rathaus wird das Thema sichtbar gemacht.
Im Mittelpunkt der Kampagne stehen die alltäglichen Realitäten von sexualisierter, digitaler, körperlicher und psychischer Gewalt, denen Frauen und Mädchen ausgesetzt sind. Anja Hain, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, betonte, dass solche Übergriffe weit verbreitet seien, aber oft hinter verschlossenen Türen verborgen blieben.
Das Neue Rathaus wird bis zum 28. November jeden Abend in Orange erstrahlen – die symbolische Farbe der UN für diese Sache. Neben der Stadt haben auch das Frauenberatungszentrum des Rhein-Kreises Neuss und Caritas Dormagen eine orange Bank und Banner vor dem Gebäude aufgestellt, um die öffentliche Aufmerksamkeit zu lenken.
Für Betroffene gibt es Unterstützung: Frauen und Mädchen ab 16 Jahren können sich kostenlos und anonym an das Frauenberatungszentrum des Rhein-Kreises Neuss unter 02131 271378 wenden. Kinder und Jugendliche finden bei Caritas Dormagen vertrauliche Hilfe unter 02133 430277. Die bundesweite Hilfetelefonnummer „Gewalt gegen Frauen“ ist rund um die Uhr unter 116 016 erreichbar, das Kinder- und Jugendtelefon unter 116 111. In akuten Notfällen hilft die Polizei unter der 110.
Auch Männer, die von Gewalt betroffen sind, erhalten Unterstützung: Organisationen wie Phoenix (Saarbrücken) helfen Jungen und jungen Männern bis 21 Jahren, die von sexueller Ausbeutung bedroht sind. Ruf und Rat bietet psychologische Beratung für männliche Opfer sexualisierter Gewalt, und MANEO (Berlin) unterstützt schwule Männer, die Missbrauch erlebt haben. Regionale Einrichtungen, etwa in Dortmund bei Partnerschaftsgewalt, decken körperliche, psychische, digitale und sexuelle Gewaltformen ab. Über Portale wie ladadi.de lassen sich weitere Hilfsangebote in der Nähe finden.
Die Kampagne läuft bis zum 10. Dezember und unterstreicht, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen offen thematisiert werden muss. Kostenlose, anonyme Hilfe steht allen Betroffenen zur Verfügung – über Hotlines und lokale Organisationen, die sofortige und langfristige Unterstützung bieten.