03 February 2026, 22:48

Olaf Scholz feiert Geburtstag zwischen Karneval und EU-Politik

Eine große Menschenmenge, die eine Straße mit Zelten, Bäumen, Pfählen, Lichtern und einer Statue gesäumt, im Hintergrund Gebäude und ein Himmel mit Wolken und Ballons, während des Christopher Street Day in Berlin.

Olaf Scholz feiert Geburtstag zwischen Karneval und EU-Politik

Bundeskanzler Olaf Scholz feierte am Samstag seinen 68. Geburtstag – ein Datum, das in der deutschen Karnevalstradition eine besondere Bedeutung hat. Geboren am 11. November 1955, pflegt er seit langem die Verbindung zu diesem Fest: Sein Geburtstag fiel bereits dreimal auf ein "rundes" Alter – mit 22, 33 und 44 Jahren. In diesem Jahr jedoch kollidierten seine Karnevalspläne mit einem wichtigen politischen Termin in der Nähe von Brüssel, und zwar ausgerechnet an Weiberfastnacht, dem lebhaften Auftakt der närrischen Saison.

Scholz' Beziehung zum Karneval ist tief verwurzelt. Seine Großmutter, die aus der rheinischen Stadt Andernach stammte, vermittelte ihm eine kulturelle Vorliebe für die Feierlichkeiten. Der Kanzler selbst wuchs im Sauerland auf, einer Region im ehemaligen Kurfürstentum Köln, wo sowohl der Karneval als auch Schützenfeste bis heute lebendige Traditionen sind.

Der Weiberfastnacht – auch "Weiberfasching" oder "Altweiberfastnacht" genannt – hat seinen Ursprung im Mittelalter. Damals nutzten Frauen diesen Tag, um sich durch Gesang, Tanz und Gelage über traditionelle Rollenbilder hinwegzusetzen, bevor die Fastenzeit begann. Der Brauch, Männern die Krawatten abzuschneiden, etablierte sich erst in den 1950er-Jahren. Im Rheinland, insbesondere in Köln, entwickelte sich der Karneval aus mittelalterlichen "Narrenfesten" zu großen Veranstaltungen wie dem ersten Rosenmontagszug im Jahr 1823. Scholz' Heimatregion Sauerland spielte bei dieser Entwicklung eine eher untergeordnete Rolle, die sich vor allem auf das Rheinland und Süddeutschland konzentrierte.

Trotz des Terminkonflikts wollte Scholz ein wenig Karnevalsstimmung in seinen Tag bringen. Nach der Brüsseler Strategieklausur zur Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie traf er sich mit Teilen des Bundeskabinetts in Berlin. Dort versuchte er, etwas von der fröhlichen Atmosphäre der "fünften Jahreszeit" in den offiziellen Rahmen zu übertragen.

Dass sein Geburtstag auf ein historisch geprägtes Karnevalsdatum fiel, war für den Kanzler kein Zufall. Auch seine politischen Verpflichtungen am Weiberfastnacht trübten nicht seine Begeisterung für die Tradition. Im Laufe des Tages verband er die festliche Stimmung mit Regierungsgeschäften – und hielt so die Verbindung zu einem Brauchtum aufrecht, das ihn seit jeher begleitet.