Oktoberfest-Fluch: Wie Münchner Anwohner unter Dreck, Lärm und Chaos leiden
Laila SchomberOktoberfest-Fluch: Wie Münchner Anwohner unter Dreck, Lärm und Chaos leiden
Für Martin Stanek ist das Leben in der Nähe des Münchner Oktoberfests eine zwiespältige Erfahrung. Zwar schätzt er die berühmten Wiesn-Feierlichkeiten, doch das Volksfest bringt auch Chaos in sein Viertel. Betrunkene Besucher, Lärm und Dreck erschweren ihm und seiner Familie den Alltag.
Stanek, der seinen echten Namen nicht öffentlich nennen möchte, hat während des 16-tägigen Festes schon alles erlebt: Gäste beschädigen regelmäßig Eigentum, stehlen Gegenstände oder hinterlassen Urin und Fäkalien auf Gehwegen. Ein Nachbar versuchte einmal, seinen Vorgarten abzuzäunen – vergeblich.
Nachts spitzt sich die Lage zu. Stanek hat bereits Betrunkene bewusstlos auf dem Bürgersteig und sogar in der Tiefgarage seines Wohnhauses vorgefunden. Dass einige Festbesucher ihr Geschäft in öffentlichen Räumen verrichten, will ihm einfach nicht in den Kopf.
Auch Prominente wie die Kaulitz-Brüder oder bekannte Fußballer wurden bereits in seiner Straße während der Wiesn gesichtet. Doch der Glanz der Berühmtheiten wiegt die Probleme nicht auf. Stanek fordert strengere Polizeikontrollen und klarere Verhaltensregeln für die Besucher. Das städtische Online-Portal für Beschwerden hat er zwar noch nie genutzt, doch die Frustration bleibt.
Wenn das Fest vorbei ist, fühlt sich der erste Montag danach wie eine Erlösung an. Ein wenig Wehmut ist zwar dabei, doch vor allem kehrt endlich der Alltag ein.
Das Oktoberfest bringt München Begeisterung und Tradition – für Anwohner wie Stanek bedeutet es aber auch massive Störungen. Ohne bessere Regulierung werden die Schattenseiten – Dreck, Lärm und rücksichtsloses Verhalten – diejenigen weiter belasten, die hier zu Hause sind. Das Fest dauert 16 Tage, doch seine Auswirkungen halten noch lange an, nachdem das letzte Bierfass angestochen wurde.






