19 April 2026, 12:13

"Obscene"-Messe in Karlsruhe: Wie die Fetisch-Szene Klischees sprengt

Schwarzes und weißes Foto eines großen Raums mit Tischen, Stühlen, Säulen, Bögen und Deckenleuchter, beschriftet mit "Festival der Gesellschaft der Freunde, Berlin" unten.

"Obscene"-Messe in Karlsruhe: Wie die Fetisch-Szene Klischees sprengt

Die "Obscene"-Messe: Ein entspanntes Treffen der Fetisch- und BDSM-Szene in Karlsruhe

Die Obscene, eine Messe für Kink, BDSM und Fetisch, fand kürzlich in Karlsruhe statt. Reporter Christian Karsch besuchte die Veranstaltung – und erlebte eine Atmosphäre, die mit gängigen Klischees wenig gemein hat. Das Plakat der Messe, das zwei gefesselte Frauen und einen Mann unter dem Motto "Leb deinen Traum" zeigte, ließ zwar auf einen provokanten Charakter schließen – doch die Realität war überraschend locker.

Karsch erwartete eine intensive, vielleicht sogar überwältigende Stimmung. Stattdessen traf er auf Besucher:innen, die freundlich, humorvoll und erfrischend normal wirkten. Viele waren entspannt, schlagfertig und standen ungeniert zu sich selbst – ein Bild, das Vorurteile über die Fetisch-Szene widerlegte.

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Die Messe stellte gängige Annahmen über Kink-Kultur infrage. Karsch betonte, dass ein Fetisch nicht automatisch mit Extremen oder psychischen Auffälligkeiten einhergeht. Bondage, Sadomasochismus oder Fessel-Fetische mögen vielen fremd erscheinen, doch die Obscene präsentierte sie sachlich und zugänglich.

Unterdessen bereichert eine neue Stimme die Debatten über diese Themen: Die professionelle Dominatrix Nina ist kürzlich zum Podcast "Der Gangster, die Junkie und die Hure" gestoßen. Das Format behandelt Bondage, SM und Fetischkultur – ohne Sensationslust, aber mit Tiefgang.

Am Ende erwies sich die Obscene für Karsch als weniger einschüchternd und weit unterhaltsamer als gedacht. Die Besucher:innen überraschten mit Offenheit, Witz und Bodenständigkeit. Veranstaltungen wie diese und Formate wie der Podcast tragen dazu bei, den Dialog über Kink und Fetisch zu normalisieren – und zeigen, dass Neugier und Gemeinschaft oft Hand in Hand gehen.

Quelle