Oberhausen baut Autobahnbrücke in Rekordzeit mit revolutionärer Methode
Linus JesselOberhausen baut Autobahnbrücke in Rekordzeit mit revolutionärer Methode
In Oberhausen entsteht eine neue Autobahnbrücke mit einer innovativen Methode, die die Bauzeit um mehr als die Hälfte verkürzt. Entwickelt wurde das Verfahren von Theo Reddemann vom Bauunternehmen Echterhoff. Es setzt auf vorgefertigte Großsegmente und könnte zum neuen Standard im deutschen Brückenbau werden.
Die alte Brücke war im Januar 2023 abgerissen worden, um Platz für den Neubau zu schaffen. Statt der herkömmlichen Bauweise vor Ort kommen nun vorgefertigte Bauteile zum Einsatz, die jeweils 42 Meter lang sind. Durch die größeren Segmente verringert sich die Anzahl der Verbindungsstellen – die Bauzeit sinkt so von 24 auf nur sieben Monate.
Zwei Spezialkrane heben die schweren Abschnitte in Position. Sobald sie platziert sind, werden sie unter Spannung gesetzt, um eine durchgehende, langlebige Fahrbahndecke zu bilden. Die Methode reduziert zudem Lärmbelastung und minimiert den langfristigen Verschleiß.
Der erste Abschnitt der neuen Brücke soll bereits im Juli 2023 freigegeben werden. Die Arbeiten an der Gegenfahrbahn beginnen dann im Herbst desselben Jahres. Laut Daten des ADAC benötigen rund 30 Prozent der 6.152 Autobahnbrücken in Nordrhein-Westfalen – etwa 1.846 Bauwerke – eine Sanierung, wobei fast jede zehntes ihre geplante Nutzungsdauer bereits überschritten hat.
Das neue Verfahren beschleunigt nicht nur den Bau, sondern erhöht auch die Haltbarkeit. Durch weniger Fugen und vorgefertigte Elemente soll die Brücke länger halten und weniger Wartung erfordern. Das Projekt könnte künftig als Vorbild für Autobahnsanierungen in ganz Deutschland dienen.






