NRW-Wälder zeigen erste Erholung – doch die Krise bleibt dramatisch
Kirsten HentschelNRW-Wälder zeigen erste Erholung – doch die Krise bleibt dramatisch
Wälder in Nordrhein-Westfalen erholen sich langsam – das geht aus den jüngsten Berichten hervor. Agrarministerin Silke Gorißen verwies auf leichte Verbesserungen beim Gesundheitszustand der Bäume, doch die Herausforderungen bleiben flächendeckend bestehen. Trotz Fortschritten werfen Kritiker der Landesregierung vor, die Krise nicht ausreichend zu bekämpfen.
Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass 29 Prozent der Bäume in der Region mittlerweile eine voll ausgeprägte, gesunde Krone aufweisen – ein Anstieg um zwei Prozentpunkte seit 2024. Bei Buchen sind 24 Prozent völlig schadensfrei, während 40 Prozent nur leichte Schäden zeigen. Bei Eichen bleibt die Lage jedoch dramatisch: Nur sieben Prozent behalten eine intakte Krone.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) identifizierte Südwestfalen als eine der am stärksten betroffenen Regionen Deutschlands in Sachen Waldgesundheit. Der Borkenkäferbefall hat massiv zugenommen und bis Anfang 2026 bereits über 5.000 Hektar zerstört – ein deutlicher Anstieg gegenüber 1.500 Hektar im Jahr 2024. Dürregestresste Fichten verschärfen das Problem zusätzlich.
Ministerin Gorißen rief die Bevölkerung auf, sich für den Schutz der Wälder zu engagieren, und betonte deren Bedeutung für die Klimaresilienz. Gleichzeitig kritisierte die SPD die schwarz-grüne Koalition für Kürzungen im Forst- und Holzwirtschaftsbereich in Höhe von 4,3 Millionen Euro im Jahr 2026. Oppositionspolitiker werfen Gorißen vor, die Schwere der Krise zu verharmlosen, obwohl sie die Anzeichen der Erholung hervorhebt.
Die Zahl junger, klimaresistenter Bäume steigt – ein Hoffnungsschimmer für die Wälder Nordrhein-Westfalens. Doch anhaltende Bedrohungen durch Schädlinge, Dürre und Mittelkürzungen belasten die Wälder der Region weiter. Sowohl Verantwortliche als auch Kritiker sind sich einig: Nur mit nachhaltigen Maßnahmen lässt sich ihre Zukunft sichern.