12 February 2026, 04:25

NRW verzeichnet Rekordanteil an Professorinnen – doch MINT-Fächer hinken hinterher

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Zuschüsse zeigt, die sich auf Geschlechterlücken konzentrieren, mit begleitendem Text.

Immer mehr Frauen führen Universitäten in NRW - NRW verzeichnet Rekordanteil an Professorinnen – doch MINT-Fächer hinken hinterher

Frauenanteil unter Professorinnen in Nordrhein-Westfalen steigt kontinuierlich

In Nordrhein-Westfalen (NRW) ist der Anteil von Professorinnen in den letzten zehn Jahren stetig gewachsen. 2023 bekleiden Frauen mittlerweile 29,6 Prozent aller Professuren – ein deutlicher Anstieg gegenüber 21,8 Prozent im Jahr 2013. Besonders sichtbar ist dieser Fortschritt in Führungspositionen: Hier sind mit 41,7 Prozent fast doppelt so viele Universitätspräsidentinnen und Rektorinnen im Amt wie im Bundesdurchschnitt, der bei 35,1 Prozent liegt.

Die Zunahme an Frauen in der Wissenschaft variiert jedoch stark je nach Fachbereich. In den Erziehungswissenschaften (58,8 Prozent) und den Sozialwissenschaften (57,1 Prozent) stellen sie die Mehrheit, und auch in den Geisteswissenschaften liegt ihr Anteil mit 46,3 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. In den Ingenieurwissenschaften sind dagegen nur 17,7 Prozent der Professoren Frauen, während die Architektur (34,5 Prozent) sowie Mathematik und Naturwissenschaften (23,4 Prozent) etwas bessere Werte aufweisen. Wirtschaftswissenschaften (25,6 Prozent) und Jura (27,2 Prozent) bleiben hingegen unter dem Gesamtmittel.

Noch auffälliger ist die Entwicklung in Führungspositionen: 2013 waren nur 18,9 Prozent der Hochschulleitungen in NRW weiblich – bis 2023 hat sich dieser Wert mehr als verdoppelt. Aktuell stehen 15 der Landesuniversitäten unter der Leitung einer Präsidentin oder Rektorin.

Wissenschaftsministerin Ina Brandes betonte die Bedeutung, die Leistungen von Forscherinnen anzuerkennen und gezielt zu fördern. Ihr Fachwissen sei entscheidend, um die Hochschullandschaft in der Region weiterzuentwickeln.

Trotz der sichtbaren Fortschritte bleiben Frauen in vielen Disziplinen – insbesondere in den MINT-Fächern – unterrepräsentiert. Zwar deutet der Anstieg in Führungspositionen auf einen Wandel hin, doch bestehen weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den Fachbereichen. Die Daten zeigen sowohl Erfolge als auch anhaltende Herausforderungen auf dem Weg zu einer geschlechtergerechten Hochschullandschaft in NRW.