NRW verschärft Holzofen-Regeln: Schornsteinfeger sollen ab 2026 melden
Kirsten HentschelNRW verschärft Holzofen-Regeln: Schornsteinfeger sollen ab 2026 melden
Nordrhein-Westfalen verschärft Regeln für Holzöfen zur Reduzierung der Luftverschmutzung Ab Januar 2026 müssen Schornsteinfeger nicht konforme Öfen an die Behörden melden. Damit setzt das Land ein langjähriges Bundesgesetz um, das bisher nicht durchgesetzt wurde.
Die Bundesregierung hatte 2010 die Erste Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) aktualisiert und strengere Grenzwerte für alte Holzöfen festgelegt – insbesondere für Geräte, die vor März 2010 installiert wurden. Besitzer hatten bis zum 31. Dezember 2024 Zeit, diese nachzurüsten oder stillzulegen. Trotz drohender Bußgelder von bis zu 50.000 Euro blieb die Regel in Nordrhein-Westfalen jedoch ohne Konsequenzen.
Jetzt kündigte Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) ein neues Meldesystem an: Schornsteinfeger müssen künftig Öfen melden, die die Vorgaben nicht erfüllen. Die Dringlichkeit wächst, da Studien zeigen, dass Heizungen in Haushalten deutlich mehr Feinstaub verursachen als der Straßenverkehr. Moderne Öfen stoßen weit weniger Schadstoffe aus als ältere Modelle. Aktivisten wie Thomas Mücher, Gründer der Initiative Luft Köln, fordern seit Langem strengere Kontrollen für bessere Luftqualität.
Rheinland-Pfalz hat bereits seit 2018 ein ähnliches System: Dort können Behörden gegen umweltschädliche Öfen vorgehen. Kritiker warnen jedoch, dass die neuen Maßnahmen Städte überlasten könnten. Eine wirksame Umsetzung erfordere mehr Personal und weniger Bürokratie, so die Argumentation.
Die Meldepflicht ab 2026 markiert einen Kurswechsel in der nordrhein-westfälischen Luftreinhaltungspolitik. Schornsteinfeger übernehmen eine Schlüsselrolle bei der Identifizierung illegaler Öfen. Ob die Regeln tatsächlich zu sauberer Luft führen, hängt davon ab, ob die Kommunen die nötigen Ressourcen für die Umsetzung haben.






