NRW setzt als erstes Bundesland KI für die Steuererklärung ein
Nordrhein-Westfalen (NRW) ist das erste deutsche Bundesland, das künstliche Intelligenz (KI) im Risikomanagement für Einkommensteuererklärungen einsetzt. Das System, das im hauseigenen Rechenzentrum der Landessteuerverwaltung entwickelt wurde, wird nun flächendeckend in allen Finanzämtern der Region eingeführt. Behördenvertreter bezeichnen den Schritt als Meilenstein auf dem Weg zur Modernisierung der Steuerbearbeitung.
Die KI ist darauf ausgelegt, einfache Steuererklärungen zu bearbeiten – darunter Standardfälle wie Arbeitnehmer mit festem Einkommen, Rentenbeiträge oder Kapitalerträge. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, diese Routinefälle automatisch zu filtern und zu verarbeiten. Dadurch soll der manuelle Prüfaufwand deutlich reduziert werden: landesweit um etwa 800.000 Fälle.
NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk betonte die Vorteile für beide Seiten: Steuerzahler erhalten dank schnellerer Bearbeitung zügigere Bescheide, während die Mitarbeiter in den Finanzämtern mehr Zeit für komplexe Fälle gewinnen. Der Bund der Steuerzahler NRW rät den Bürgern jedoch, ihre Steuerbescheide weiterhin genau zu prüfen. Die KI sei eine Weiterentwicklung bestehender Vorprüfverfahren, aber kein vollständiger Systemwechsel.
Die Landessteuerbehörde bezeichnet die Einführung als «Win-Win-Situation» und «neuen Meilenstein der digitalen Steuerverwaltung». Zuvor war das System in einer Pilotphase an vier Teststandorten erprobt worden, doch konkrete Zahlen zu den in dieser Zeit automatisiert bearbeiteten Steuerbescheiden wurden nicht veröffentlicht.
Mittlerweile ist die KI in allen NRW-Finanzämtern aktiv. Sie übernimmt vorrangig unkomplizierte Steuerfälle und entlastet so die Behörden, die sich stärker auf schwierigere Erklärungen konzentrieren können. Das Land erwartet durch die Umstellung effizientere Abläufe und eine gestraffte Steuerverwaltung.






