NRW-Schulen bleiben wegen Eisglätte überraschend zu – Eltern und Lehrer überfordert
Laila SchomberNRW-Schulen bleiben wegen Eisglätte überraschend zu – Eltern und Lehrer überfordert
Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen kurzfristig wegen Eisglätte geschlossen
In Nordrhein-Westfalen (NRW) blieben am Montag flächendeckend die Schulen überraschend geschlossen, nachdem eisige Wetterbedingungen über die Region hinwegfegten. Die kurzfristige Entscheidung löste eine Debatte über Kommunikation und Sicherheitsvorkehrungen aus – Kritiker hinterfragten sowohl den Zeitpunkt als auch das Vorgehen.
Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) hatte die Schließungen bereits am Sonntag bekannt gegeben und verwies dabei auf extreme Wetterwarnungen als Begründung. Sie verteidigte den Schritt mit dem Hinweis, die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler stehe an erster Stelle. Doch die plötzliche Ankündigung brachte viele Familien und Lehrkräfte in Hektik, die nun spontan Alternativen organisieren mussten.
Der Landeselternverband Grundschule NRW kritisierte die fehlende Vorlaufzeit und argumentierte, Familien hätten mehr Planungssicherheit gebraucht. Gleichzeitig wies die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf Ungereimtheiten bei der Umsetzung des Distanzunterrichts hin und betonte, die Unterstützung für Lehrkräfte sei nach wie vor unzureichend.
Die politischen Reaktionen fielen gespalten aus: Während die SPD Fellers Entscheidung als notwendigen Schritt zum Schutz der Kinder unterstützte, forderte die FDP weniger radikale Maßnahmen – etwa versetzte Schulbeginne oder regionale Lösungen – statt eines pauschalen Unterrichtsausfalls.
Nicht zum ersten Mal musste NRW kurzfristig auf Distanzunterricht umstellen. Schon im Dezember 2020, während der Corona-Pandemie, waren Präsenzveranstaltungen bis Februar 2021 ausgesetzt worden, wobei Schulen wie die Kartause-Hain-Grundschule Familien erst mit der Umstellung informierten.
Die abrupten Schließungen werfen nun Fragen zur Krisenkommunikation und Vorbereitung auf. Zwar stand die Sicherheit im Vordergrund, doch das Fehlen einer vorausschauenden Planung hinterließ Lücken – sowohl bei der Unterstützung der Lehrkräfte als auch der Familien. Die Diskussion dreht sich nun darum, ob künftige wetterbedingte Unterbrechungen besser organisiert werden könnten.