14 February 2026, 10:46

NRW-Kinderministerin verteidigt umstrittene Kita-Kernzeiten trotz Fachkräftemangel

Ein Plakat mit dem Text "Brauchen die Armen ihre Kinder's Hilfe?" begleitet von Bildern.

NRW-Kinderministerin verteidigt umstrittene Kita-Kernzeiten trotz Fachkräftemangel

Nordrhein-Westfalens neue Kinderministerin Verena Schäffer verteidigt umstrittene Pläne für Kernbetreuungszeiten in Kitas

Die neue Kinderministerin von Nordrhein-Westfalen, Verena Schäffer, hat die umstrittenen Pläne zur Einführung fester Kernöffnungszeiten in Kindertageseinrichtungen verteidigt. Das Vorhaben soll den anhaltenden Fachkräftemangel entschärfen und gleichzeitig Eltern mehr Planbarkeit bieten. Kritiker warnen jedoch, dass die Reform die personellen Ressourcen noch weiter belasten könnte.

Das geplante Kinderbildungsgesetz sieht vor, dass Kitas ihr Stammpersonal nur noch für fünf "Kernstunden" pro Tag einsetzen. Die verbleibenden "Randzeiten" würden dann von ergänzenden Kräften abgedeckt, die statt der üblichen drei nur zwei Jahre ausgebildet sind. Schäffer argumentiert, dass dieses Modell zuverlässigere Öffnungszeiten schafft – eine Forderung, die Eltern seit Langem erheben.

Studien des ifo Instituts (2022) und von Destatis (2024) zeigen jedoch gemischte Ergebnisse ähnlicher Modelle in Bayern und Nordrhein-Westfalen seit 2015. Zwar stieg die Zufriedenheit der Eltern durch klarere Betreuungszeiten, doch verschärfte sich der Personalmangel, da die Arbeitsbelastung zunahm und qualifizierte Fachkräfte die Branche verließen. In Ländern wie Schweden und Dänemark, wo feste Kernzeiten Standard sind, bleibt die Personaldecke dagegen stabil – dank besserer Bezahlung und weniger Überstunden, wie OECD-Daten aus dem Jahr 2023 belegen.

Schäffer räumt ein, dass in der Region ein Mangel an qualifizierten Erzieherinnen und Erziehern herrscht. Sie betont, das System brauche mehr Verlässlichkeit, hat aber noch nicht dargelegt, wie das Land eine weitere Überlastung des Personals verhindern will. Auch wirft die verkürzte zweijährige Ausbildung der Ergänzungskräfte Fragen nach der Einhaltung pädagogischer Standards auf.

Die Reform würde die Personalstruktur in Kitas um feste Kernzeiten herum neu ordnen, wobei weniger qualifizierte Kräfte Lücken füllen sollen. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnten sie zwar die Planung für Familien erleichtern – bergen aber das Risiko, die bestehende Personalnot weiter zu verschärfen. Nun steht die Ministerin in der Kritik, ob ihr Konzept den Spagat zwischen Elternbedürfnissen und hochwertiger Betreuung schaffen kann.