Münsters Karnevalsgericht bringt Promis und Lacher auf die Anklagebank
Mark BolnbachMünsters Karnevalsgericht bringt Promis und Lacher auf die Anklagebank
Münsters 55. Paohlbürger-Karnevalsgericht verspricht an diesem Wochenende Lacher und Spektakel
Die jährliche Scheinverhandlung, eine beliebte Tradition seit über einem halben Jahrhundert, wird auch diesmal wieder bekannte Persönlichkeiten sehen, die sich gegen scherzhafte Anklagen verteidigen müssen. Mit ausverkauften 200 Tickets ist die Vorfreude auf die diesjährigen humorvollen Veranstaltungen groß.
Die vom Paohlbürger-Karnevalsverein organisierte Veranstaltung führt vier Prominente in einen fiktiven Gerichtssaal. Die erfahrene Sängerin Mary Roos muss sich einer amüsanten Anklage stellen, die an einen früheren Skandal in ihrer Musikkarriere anknüpft. Der bekannte Unternehmer Clemens Tönnies hingegen wird beschuldigt, zu viel Geld in den FC Schalke 04 statt in seinen Heimatverein Preußen Münster investiert zu haben.
Auch Oberbürgermeister Tilmann Fuchs steht auf der Anklagebank – der Vorwurf lautet scherzhaft, er verwende die Farbe Grün in städtischen Projekten übermäßig. Jörg Draeger, ein weiterer Teilnehmer, wird von seinem Freund und Kollegen Harry Wijnvoord verteidigt, doch Details zu seiner fiktiven Anklage wurden noch nicht bekannt gegeben. Alle vier sollen sich laut Berichten intensiv auf ihre Rollen vorbereitet und den spielerischen Geist der Veranstaltungen heute voll aufgenommen haben.
Die als „Tennisplatz-Prozess“ bekannte Verhandlung ist seit 1969 ein Höhepunkt des Münsteraner Karnevals. In diesem Jahr wird ein ausverkauftes Publikum, darunter auch andere Karnevalsgruppen wie die KG Böse Geister, gespannt den Richterspruch erwarten – ein scheinbar ernstes, aber natürlich rein humorvolles Urteil über die „Schuld“ der Angeklagten.
Das 55. Paohlbürger-Karnevalsgericht verspricht einen unterhaltsamen Abend, der Satire mit lokaler Tradition verbindet. Mit einer prominent besetzten Runde und einem vollen Haus endet die Veranstaltung heute mit einem „Urteil“ – die einzige echte Strafe wird jedoch Gelächter sein. Der Verein hat bereits bestätigt, dass die Tradition auch im nächsten Jahr fortgeführt wird.