25 December 2025, 16:29

Münster 1976: Wie ein Orkan die Stadt veränderte und der Alltag weiterging

Eine Darstellung von Autos, einem Haus, einer Straßenlaterne und einem bewölkten Himmel.

Münster 1976: Wie ein Orkan die Stadt veränderte und der Alltag weiterging

Eine neue Ausstellung im Stadtmuseum Münster blickt zurück auf das Leben in der Stadt vor einem halben Jahrhundert. "Vor 50 Jahren – Münster 1976" eröffnet am 5. Dezember

Das Jahr 1976 begann mit Zerstörung: Im Januar traf der Orkan Capella Münster und richtete verheerende Schäden an. Ein Mensch kam ums Leben, die Aufräumarbeiten leiteten schnell den Wiederaufbau ein. Große Projekte prägten das Stadtbild – am Hafen entstand ein neues Heizkraftwerk, während die Umgestaltungen am Coesfelder Kreuz und am Aegidiimarkt zentrale Bereiche veränderten.

Politisch war 1976 eine turbulente Zeit weltweit: In Argentinien wurde Präsidentin Isabel Perón gestürzt, China trauerte um den Tod Mao Zedongs. Die Geiselnahme von Entebbe hielt die Welt in Atem, und sowohl in den USA als auch in Deutschland fanden richtungsweisende Wahlen statt. Doch in Münster ging der Alltag mit kleineren, aber bemerkenswerten Veränderungen weiter: Die Polizei führte eine kostenlose Fahrradregistrierung ein, und an den Schulen startete ein Pilotprojekt mit Taschenrechnern. Auch der Sport hinterließ Spuren – bei den Winter- und Sommerspielen glänzten deutsche Athletinnen und Athleten im Skisport und in der Dressur.

Die Ausstellung setzt diese globalen Ereignisse in Kontrast zu Münsters eigenen Meilensteinen – von Infrastrukturprojekten bis zu bürgerschaftlichem Engagement. Besucher können die Fotografien erkunden, begleitet von einem Katalog für 9,80 Euro. Kuratiert wurde die Schau unter der Leitung von Stefan Querl, dem Direktor des Stadtmuseums Münster.

Die Ausstellung bietet ein detailliertes Porträt Münsters im Jahr 1976 und verbindet lokale Geschichte mit globalem Kontext. Anhand von Bildern und Zeitleisten zeigt sie, wie die Stadt sich nach dem Orkan neu erfand, ihre Infrastruktur ausbaute und politische Umbrüche widerspiegelte. Katalog und Fotografien bewahren das Erbe eines Jahres, das sowohl Münster als auch die Welt prägte.