02 February 2026, 18:29

Mohamedou Ould Slahi darf nach 23 Jahren endlich nach Deutschland zurückkehren

Ein altes Buch mit dem Titel 'Z.D. Nürnberg, Deutschland, 1791' mit einem Stempel, der die erste Auflage anzeigt, mit handgeschriebenem Text auf seinen Seiten.

Gericht kippt Einreiseverbot für Mann aus 'The Mauritanian' - Mohamedou Ould Slahi darf nach 23 Jahren endlich nach Deutschland zurückkehren

Mohamedou Ould Slahi, ein ehemaliger Häftling des US-Gefangenenlagers Guantánamo, darf nach mehr als zwei Jahrzehnten nun nach Deutschland zurückkehren. Ein Gericht in Nordrhein-Westfalen hob ein langjähriges Einreiseverbot auf und erklärte die 20 Jahre alte Sperre für rechtswidrig. Die Entscheidung folgt auf Slahis Erwerb der niederländischen und damit der EU-Staatsbürgerschaft, wodurch die ursprünglichen Beschränkungen hinfällig wurden.

Slahi war 1995 erstmals nach Deutschland gekommen, wo er bis 2000 Elektrotechnik studierte. In jenem Jahr wurde er wegen Sozialbetrugs verurteilt und zur Ausreise verpflichtet. Nach seiner Abschiebung wurde er 2002 in Mauretanien entführt, anschließend heimlich nach Jordanien und Afghanistan gebracht, bevor er schließlich im Gefangenenlager Guantánamo Bay inhaftiert wurde.

Er blieb bis 2016 in US-Gewahrsam und berichtete von schweren Misshandlungen und Folter während seiner 14-jährigen Haft. Seine Erinnerungen, veröffentlicht unter dem Titel Tagebuch aus Guantánamo, bildeten später die Grundlage für den Film Der Mauretani aus dem Jahr 2021.

Trotz seiner Inhaftierung blieb der deutsche Abschiebebeschluss von 2000 zunächst bestehen. Doch 2023 entschied das Oberverwaltungsgericht, dass die rückwirkende Verlängerung des Einreiseverbots unter Terrorismusverdacht rechtswidrig war. Das Gericht verwies zudem darauf, dass Slahis EU-Staatsbürgerschaft eine Prüfung der Frage überflüssig mache, ob von ihm eine aktuelle Gefahr ausgehe.

Das Urteil ebnet Slahi nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen den Weg für die Rückkehr nach Deutschland. Seine niederländische und EU-Staatsbürgerschaft spielten dabei eine entscheidende Rolle, um die ursprünglichen Einreisebeschränkungen aufzuheben. Die Entscheidung beendet einen jahrzehntelangen Streit um sein Recht auf Rückkehr nach Europa.