17 January 2026, 23:29

Merz’ lockere Bemerkung zu Lula löst diplomatische Debatte aus

Zwei Männer in Anzügen und Krawatten sitzen an einem Tisch und sind in eine heftige Diskussion vertieft, wobei einer mit den Händen gestikuliert.

Merz’ lockere Bemerkung zu Lula löst diplomatische Debatte aus

Bundeskanzler Friedrich Merz sorgt erneut mit seinem ungeschönten Redestil für Aufsehen. Bei einem G20-Gipfeltreffen mit Brasiliens Präsident Lula soll er eine beiläufige Bemerkung fallen lassen haben, die eine Debatte auslöste. Der Wortwechsel ereignete sich, nachdem Lula Merz scherzhaft vorgeschlagen hatte, Brasilien zu besuchen, um dort zu tanzen und die lokale Küche zu genießen.

Seitdem äußern sich sowohl Kritiker als auch Unterstützer zu Merz’ Herangehensweise – die einen verteidigen seinen spontanen Stil, andere hinterfragen die diplomatischen Folgen.

Der Vorfall spielte sich während eines privaten Gesprächs zwischen Merz und Lula am Rande des G20-Gipfels ab. Berichten zufolge riet der brasilianische Präsident dem Kanzler in lockerer Runde, er solle Brasilien besuchen, um Land und Leute kennenzulernen – inklusive Tanz und kulinarischer Spezialitäten. Merz soll daraufhin geantwortet haben: „Super, beim nächsten Mal gehen wir zusammen tanzen!“ – eine Äußerung, die sich schnell unter Beobachtern verbreitete.

Sein Team betonte später, die beiden Staatschefs hätten ein 40-minütiges „verbales Schmusen“ gepflegt und der Ton sei freundschaftlich gewesen. Dennoch passt die Bemerkung in eine Reihe von direkten, mitunter schroffen Aussagen, für die Merz bekannt ist – oft als sein „Ich sage, wie es wirklich ist“-Stil beschrieben. Diese Art zu kommunizieren spaltet die Meinungen: Manche Journalisten sehen darin Authentizität, andere halten sie für undiplomatisch. Der Vorfall erinnert an frühere diplomatische Fauxpas, die nicht immer unbeabsichtigt waren. So brach etwa der ehemalige US-Präsident Barack Obama einmal das Protokoll, als er eine Rede vor dem britischen Parlament mit einem Scherz über seine Vorgänger eröffnete – eine bewusste Abkehr von Klischees. Merz’ Äußerung wirkt dagegen spontan, ähnlich wie die längst widerlegte Anekdote, der ehemalige Bundespräsident Heinrich Lübke habe Königin Elizabeth II. den Satz „Gleich geht’s los“ zugerufen – eine Erfindung, wie der Spiegel-Korrespondent Ernst Goyke später aufdeckte.

Merz’ jüngster verbaler Ausrutscher befeuert die anhaltende Diskussion über seinen Kommunikationsstil. Während sein Umfeld den Austausch mit Lula als herzlich beschreibt, zeigt der Vorfall die Risiken unvorbereiteter Diplomatie. Der Kanzlers charakteristische Neigung zu freimütiger Rede bleibt ein prägendes Merkmal seiner Amtsführung.