Mehrheit der Deutschen will strengere Sozialleistungen für Migranten
Mark BolnbachMehrheit der Deutschen will strengere Sozialleistungen für Migranten
Eine neue Umfrage offenbart eine starke öffentliche Unterstützung für strengere Regeln bei Sozialleistungen in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen eine breite Übereinstimmung über die politischen Lager hinweg, auch wenn es in bestimmten Wählergruppen weiterhin Widerstand gibt. Regionale Unterschiede prägen ebenfalls die Haltung zu Fragen der Sozialpolitik.
Laut der Erhebung sind 66 Prozent der Deutschen der Meinung, dass Migrantinnen und Migranten erst nach einer längeren Arbeitszeit im Land Anspruch auf Sozialleistungen haben sollten. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung in den ostdeutschen Bundesländern: In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen liegt die Zustimmung jeweils bei 76 Prozent. In den süd- und westdeutschen Regionen wie Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz beträgt die Unterstützung 72 Prozent.
Bei den politischen Parteien zeigt sich die höchste Zustimmung bei den Anhängerinnen und Anhängern der AfD: 91 Prozent von ihnen befürworten strengere Regelungen bei Sozialleistungen. Auch unter CDU/CSU-Wählern ist die Zustimmung mit 79 Prozent hoch, während 63 Prozent der SPD-Anhängerinnen und -Anhänger dafür sind. Die größte Ablehnung kommt aus dem Lager der Linkspartei: 55 Prozent lehnen die Idee ab, nur 34 Prozent unterstützen sie.
Über die Sozialpolitik hinaus verdeutlicht die Umfrage weitere wirtschaftliche Sorgen. So empfinden 81 Prozent der Deutschen die Vermögensverteilung im Land als ungerecht. Zudem sind 86 Prozent der Meinung, dass Beamte, Selbstständige und Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden sollten. Gleichzeitig glauben 42 Prozent, dass höhere Leistungen direkt zu höheren Einkommen führen sollten.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine deutliche Mehrheit der Deutschen für schärfere Bedingungen bei Sozialleistungen ist – insbesondere für Migrantinnen und Migranten. Regionale und politische Unterschiede bestimmen dabei das Ausmaß der Zustimmung, wobei die ostdeutschen Bundesländer und die eher rechtsgerichteten Parteien die stärkste Unterstützung zeigen. Die Umfrage spiegelt zudem eine breitere Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Gerechtigkeit und der Rentenpolitik wider.






