30 January 2026, 18:47

Mecklenburger Jäger wird erster deutscher Hirschlock-Meister aller Disziplinen

Zwei Hirsche in einem bewaldeten Gebiet mit Bäumen und Gras, mit Text am unteren Bildrand.

Ohne Geweih, aber mit Stimmgewalt: Bestes Hirschrufen gekrönt - Mecklenburger Jäger wird erster deutscher Hirschlock-Meister aller Disziplinen

Ein Jäger aus Mecklenburg-Vorpommern krönt sich zum deutschen Hirschlock-Champion

Thomas Soltwedel aus Dobbin-Linstow hat bei der nationalen Meisterschaft in allen drei Disziplinen gesiegt und sich damit den Titel des besten Hirschlockers Deutschlands gesichert. Sein Triumph unterstreicht eine seltene Fähigkeit: die authentische Nachahmung der Laute von Wilden Rothirschen.

Bei dem Wettbewerb wurden die Teilnehmer in drei verschiedenen Kategorien geprüft: dem Kampfgeklapper gleich starker Hirsche, dem Brunftschrei eines alten Platzhirschs und dem Balzruf eines dominanten Männchens. Soltwedel beherrschte alle drei perfekt und überzeugte damit eine Fachjury aus Förstern, Jägern und Rothirsch-Experten. Die Bewertungen erfolgten anonym – die Juroren wussten nicht, wer gerade antrat.

Die Teilnehmer setzten auf traditionelle Hilfsmittel, um ihre Rufe zu verstärken. Ochsenhörner, Glaszylinder und Tritonschnecken halfen dabei, die Laute über das Wettkampfgelände zu tragen. Diese Instrumente sind Teil einer alten Jagdtradition, die die Veranstalter am Leben erhalten möchten.

Die Kunst des Hirschlockens erfordert jahrelanges Training und ein tiefes Verständnis der Tiere. Jäger müssen das Verhalten der Rothirsche studieren, ihre Lebensräume kennen und feine Nuancen in den Lautäußerungen unterscheiden können. Die Meisterschaft lenkte zudem die Aufmerksamkeit auf den Rückgang der Rothirschbestände in Deutschland – ein dringendes Signal für den Artenschutz.

Soltwedels Sieg zeigt, wie viel Präzision und Hingabe in dieser Disziplin stecken. Der Wettbewerb feiert nicht nur eine traditionelle Jagdfertigkeit, sondern sensibilisiert auch für den Schutz der bedrohten Rothirsche. Die Organisatoren fördern weiterhin das Handwerk, während sie die Entwicklung der empfindlichen Population genau beobachten.