30 March 2026, 10:13

Massendemos in NRW: Tausende fordern Ende der digitalen und sexualisierten Gewalt

Eine Gruppe von Menschen hält ein Banner mit der Aufschrift 'Du kannst uns nicht unterkriegen, vereine widerstehe Feminist' auf einer Straße, mit einem Fahrrad in der Nähe, Ballons im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel.

Massendemos in NRW: Tausende fordern Ende der digitalen und sexualisierten Gewalt

Tausende sind in Nordrhein-Westfalen auf die Straße gegangen, um gegen sexualisierte und digitale Gewalt zu protestieren. Allein am Samstag demonstrierten über 5.000 Menschen in Köln, gefolgt von einer Kundgebung in Bonn am nächsten Tag. Die Proteste kommen nach einer Der-Spiegel-Recherche, die die öffentliche Empörung über Online-Missbrauch gegen Frauen neu entfacht hat.

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Die aktuelle Welle des Aktivismus begann nach der Veröffentlichung einer Spiegel-Untersuchung zwischen dem 26. und 28. März 2026. Darin werden Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes detailliert beschrieben, die ihrem Ex-Mann, dem Schauspieler Christian Ulmen, vorwirft, gefälschte Online-Profile von ihr erstellt und pornografische Inhalte verbreitet zu haben. Der Bericht löste bundesweit Empörung aus – mit Protesten, Social-Media-Kampagnen und Forderungen nach einer Reform des Strafrechts.

Am Samstag füllten mehr als 5.000 Demonstrantinnen und Demonstranten die Kölner Straßen, um konsequentes Handeln gegen sexualisierte Gewalt zu fordern. Einen Tag später versammelten sich über 500 Menschen auf dem Bonner Marktplatz vor dem alten Rathaus. Die Bonner Kundgebung wurde von einem Bündnis aus Stadtratsparteien organisiert und zeigte die überparteiliche Unterstützung für das Anliegen.

Jede Rednerin und jeder Redner bei der Veranstaltung in Bonn betonte, wie wichtig es sei, dass sich Männer mit frauenfeindlichem Verhalten auseinandersetzen. Auch Politikerinnen der Frauen-Union der CDU meldeten sich zu Wort und forderten stärkere rechtliche Schutzmechanismen für Frauen. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, dass er strengere Gesetze gegen solche Gewaltformen nicht unterstütze.

Die Proteste folgen einem Anstieg gemeldeter Fälle digitaler Gewalt: Von 2023 auf 2024 stiegen die Vorfälle um 6 Prozent auf 18.224. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig kündigte daraufhin an, die Erstellung und Verbreitung von Deepfake-Pornografie unter Strafe zu stellen – ein Schritt, der im Kontrast zu früherer Untätigkeit in ähnlichen Fragen steht.

Die Demonstrationen in Köln und Bonn unterstreichen den wachsenden öffentlichen Druck für strengere Gesetze und einen kulturellen Wandel. Politikerinnen und Politiker, Aktivistinnen und Aktivisten sowie Betroffene fordern schnelleres Handeln gegen digitale und sexualisierte Gewalt. Die von der Regierung geplanten Rechtsreformen stehen nun unter verstärkter Beobachtung, während die Proteste in der gesamten Region anhalten.

Quelle