29 January 2026, 18:44

Maschinenbauer Köppern unter Sanktionsverdacht – Ermittler durchsuchen Standorte in NRW und Sachsen

Ein detailliertes Dampflokomotiv-Diagramm mit verschiedenen Komponenten wie dem Motor und dem Getriebe, begleitet von russischem Text, der es als Patent für die Maschine beschreibt.

Umgehen von Russland-Sanktionen? Ermittler durchsuchen Fabrik - Maschinenbauer Köppern unter Sanktionsverdacht – Ermittler durchsuchen Standorte in NRW und Sachsen

Deutscher Maschinenbauer Köppern wegen Verdachts auf Verstöße gegen EU-Sanktionen unter Untersuchung

Die Behörden ermitteln gegen den Maschinenhersteller Köppern aus Nordrhein-Westfalen, dem vorgeworfen wird, gegen EU-Sanktionen verstoßen zu haben. Im Visier der Ermittler steht die mutmaßliche Lieferung von Ausrüstung an einen zentralasiatischen Düngemittelproduzenten in Europa, von wo aus die Maschinen später nach Russland gelangt sein sollen. Zollbeamte durchsuchten nun zwei Standorte des Unternehmens in Hattingen und Freiberg (Sachsen).

Köppern, das auf die Herstellung von Walzenpressen spezialisiert ist – Geräte, die häufig in der Düngemittelproduktion eingesetzt werden –, steht im Verdacht, die Ausrüstung auf Umwegen nach Russland geliefert zu haben. Damit könnten Sanktionen umgangen worden sein, die im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg verhängt wurden. Der Wert der fraglichen Lieferungen soll sich auf mehrere Millionen Euro belaufen.

Die Staatsanwaltschaft Essen bestätigte die Durchsuchungen, gab jedoch keine weiteren Details bekannt. Köppern erklärte, man kooperiere vollumfänglich mit den Ermittlungen. Bisher habe das Unternehmen nach eigenen Angaben keine Hinweise auf Fehlverhalten in den eigenen Reihen gefunden.

Die EU-Sanktionen verbieten den Export bestimmter Güter nach Russland, darunter auch Maschinen, die die russische Wirtschaft stärken könnten. Sollten sich die Vorwürfe der Umgehungsgeschäfte bestätigen, wäre dies ein klarer Verstoß gegen diese Beschränkungen. Noch ist unklar, auf welchem Weg die Ausrüstung nach Russland gelangt sein könnte und welches zentralasiatische Unternehmen beteiligt war.

Die Ermittlungen laufen noch; bisher wurden keine Anklagen erhoben. Köppern arbeitet weiterhin mit den Behörden zusammen und hält den Betrieb aufrecht. Bei einer Bestätigung der Vorwürfe könnten auf das Unternehmen rechtliche und finanzielle Konsequenzen zukommen.