30 January 2026, 12:29

Marco Bülow – ein politischer Querdenker mit klarem Kompass stirbt mit 54 Jahren

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Mannes in einem Anzug, identifiziert als Heinrich Balsstad, Gründer der deutschen Kommunistischen Partei, mit begleitendem Text.

Ehemaliger Bundestagsabgeordneter Marco Bülow stirbt im Alter von 54 Jahren - Marco Bülow – ein politischer Querdenker mit klarem Kompass stirbt mit 54 Jahren

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Marco Bülow ist im Alter von 54 Jahren verstorben. Bekannt für seine scharfe Kritik an Lobbyismus und Vermögensungleichheit, saß er fast zwei Jahrzehnte im Parlament, bevor er 2018 die SPD verließ. Seine politische Laufbahn umfasste auch einen kurzen Zwischenstopp bei der Satirepartei Die Partei, nachdem er sich aus der etablierten Politik zurückgezogen hatte.

Bülow zog 2002 erstmals als direkt gewählter SPD-Abgeordneter für Dortmund in den Bundestag ein. Fast 20 Jahre lang hielt er das Mandat, bis er 2021 bei der Wiederwahl scheiterte. Sein Austritt aus der SPD 2018 war eine Folge seiner Ablehnung der Großen Koalition mit CDU und CSU.

Nach dem SPD-Austritt schloss er sich Die Partei an, einer satirischen Gruppierung, und wurde deren erster und einziger Bundestagsabgeordneter. Obwohl er 2021 sein Mandat verlor, übernahm später der SPD-Politiker Jens Peick den Dortmunder Wahlkreis.

Jenseits der Politik veröffentlichte Bülow mehrere Bücher, in denen er den Einfluss von Lobbyisten aufdeckte, darunter Korrupt, das im vergangenen Jahr erschien. Nach seiner parlamentarischen Karriere arbeitete er als Berater für Nichtregierungsorganisationen und als freier Journalist.

Nach seinem Tod hagelt es Würdigungen: SPD-Fraktionschefin Bärbel Bas nannte die Nachricht "traurig", während die ehemalige Parteivorsitzende Saskia Esken seinen "unbeirrbaren Glauben an eine bessere Zukunft" lobte. Der Dortmunder SPD-Vorsitzende Jens Peick betonte Bülows Einsatz für Umverteilung und seinen kompromisslosen Kampf gegen Lobbyismus.

Sein Tod markiert das Ende einer Karriere, die von politischen Prinzipien und scharfer Kritik geprägt war. Seine Arbeit zu Lobbyismus und sozialer Ungleichheit hinterlässt Spuren – sowohl im Parlament als auch darüber hinaus. Kollegen wie politische Gegner erkennen seinen Einfluss auf die deutsche Debattenkultur an.