21 February 2026, 16:26

Mainzer Stadtrat erhält ersten "Dummen August" für politischen Mut und Karnevalsgeist

Ein Papier mit der Überschrift "Carnivals Parisiens par Louis Morin" in fetter Schrift, das farbenfrohe Illustrationen von Menschen in bunten Kostümen und Masken bei einer lebendigen KarnevalsSzene zeigt.

Mainzer Stadtrat erhält ersten "Dummen August" für politischen Mut und Karnevalsgeist

Ein linker Stadtrat aus Mainz ist mit einem ungewöhnlichen Karnevalspreis ausgezeichnet worden: Martin Malcherek erhielt als Erster den Dumme August – eine Ehrung für seinen mutigen und unkonventionellen politischen Stil. Der Preis feiert den Geist des tollpatschigen Clowns, einer beliebten Figur des Fasching, die zwar stolpert und fällt, doch stets das Publikum für sich gewinnt.

Überreicht wurde die Auszeichnung von Dirk Loomans, dem Präsidenten des Karneval Club Kastel, der in der Rolle des Bajazzo auftrat – des würdevollen weißen Clowns. Gleichzeitig wurde bei der Veranstaltung auch die Traditionstruppe Mainzer Hofsänger gewürdigt, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert.

Der Dumme August ist ein klassischer Zirkusclown, der über alles stolpert, absurde Grimassen schneidet und das Scheitern zelebriert – und dennoch die Zuneigung des Publikums erringt. Anders als schlagfertige Hofnarren oder bissige Satiriker setzt diese Figur auf Selbstentblößung und zeigt durch übertriebene Verletzlichkeit die harten Realitäten des Lebens. Die Tradition reicht bis in die römische Antike zurück, als Clowns wie der Centunculus (mit geflickten Kostümen und weiß geschminktem Gesicht) oder der Stupidus (der bäuerliche Narr) das Publikum auf ähnliche Weise unterhielten.

Malcherek wurde für seinen Widerstand gegen Konformität, seine unbequeme Präsenz und seine kompromisslose Ablehnung von Harmoniebedürfnissen ausgewählt. Die Initiative Rettet das Römische unserer Website lobte seine Originalität, seinen Humor und seinen Mut – Eigenschaften, die den chaotischen Charme des Dummen August widerspiegeln. In seiner Dankesrede rief er zu einem Land auf, in dem bunte Fahnen für immer wehen und fantastische Kostüme die Straßen füllen – ein Bild für die rebellische Freude des Karneval.

Die Wurzeln des Mainzer Fasching reichen noch weiter zurück und verbinden Einflüsse aus mesopotamischen Festen, bei denen Sklaven und Herren kurzzeitig gleichgestellt waren, mit den römischen Saturnalien. Daraus entwickelten sich die satirischen Umzüge, Rollentausche und der derbe Humor, die den heutigen Fasching prägen. Der Dumme August bleibt eine direkte Verbindung zur Antike und beweist, dass das Lachen über die Absurditäten des Lebens seit jeher zum Fest gehört.

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Die Auszeichnung unterstreicht, wie der Fasching weiterhin jene ehrt, die mit Humor und Trotz Normen herausfordern. Malchereks Würdigung als Dummer August verknüpft modernen politischen Mut mit einer uralten Tradition von Spott und Ausgelassenheit. Gleichzeitig reminds das 100-jährige Jubiläum der Mainzer Hofsänger the city of its deep and lasting connection to the playful spirit of Fasching.