Mainz streitet über Drohnen-Shows statt Feuerwerk – Tradition oder Fortschritt?
Linus JesselMainz streitet über Drohnen-Shows statt Feuerwerk – Tradition oder Fortschritt?
Mainz setzt bei Festen auf neue Traditionen – doch nicht alle sind begeistert
In Mainz hat sich die Art, wie große Feste gefeiert werden, gewandelt: Drohnen-Shows ersetzen an einigen Veranstaltungen das traditionelle Feuerwerk. Beim letzten Johannisnacht-Fest wurde das übliche Feuerwerksfinale durch eine Lichtshow mit Hunderten Drohnen ersetzt – eine Premiere für die Stadt. Doch nicht alle Besucher begrüßten die Neuerung, weshalb die Verantwortlichen nun ihre Strategie überdenken.
Das Johannisnacht-Fest 2025 markierte einen Einschnitt, als das gewohnte Feuerwerk durch eine Drohnen-Darbietung abgelöst wurde. Die Stadtverwaltung begründete die Entscheidung mit ökologischen Vorteilen, dem Tierschutz und dem wachsenden öffentlichen Interesse an nachhaltigen Alternativen. Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) unterstützte den Schritt und betonte, Drohnen seien nicht nur umweltfreundlicher, sondern böten auch ein bleibendes visuelles Erlebnis.
Die Drohnen-Show kostete jedoch über 30.000 Euro – mehr als das Doppelte eines klassischen Feuerwerks. Trotz der höheren Ausgaben fiel das Echo in der Bevölkerung gespalten aus. Marco Sottile, Vorsitzender des Mainzer Messe- und Schaustellerverbandes, räumte ein, dass neue Ideen oft Zeit bräuchten, um Akzeptanz zu finden, unterstrich aber die Bedeutung, auf das Feedback der Bürger einzugehen.
Für das Rheinfrühlingsfest 2026 hat der Verband nun beschlossen, wieder auf Feuerwerk zu setzen. Die Veranstaltung startet am Samstag, 11. April, mit einer Darbietung am Rheinufer, ein zweites Feuerwerk folgt später im Festverlauf. Anders als die von der Stadt finanzierte Drohnen-Show wird das Feuerwerk vollständig vom Verband organisiert und bezahlt – ein Zeichen für die eigenständige Gestaltung der Feierlichkeiten.
Die Rückkehr zum Feuerwerk beim Rheinfrühlingsfest folgt einer deutlichen Nachfrage aus der Bevölkerung. Zwar wurden Drohnen-Shows als grüne Alternative eingeführt, doch die Veranstalter suchen nun einen Ausgleich zwischen Innovation und Tradition. Die Entscheidung des Verbandes deutet darauf hin, dass beide Ansätze künftig in Mainzer Festen ihren Platz finden könnten.






