17 January 2026, 17:00

Machtkampf in der NRW-AfD: Neue Jugendorganisation spaltet die Partei

Ein altes Deutschland-Karte mit Westfalen hervorgehoben, gerahmt und mit beschreibendem Text.

Machtkampf in der NRW-AfD: Neue Jugendorganisation spaltet die Partei

Neue Jugendorganisation spaltet AfD in NRW: Machtkampf zwischen "patriotischem" Flügel und Parteiführung

In der nordrhein-westfälischen AfD kommt es zu einem neuen internen Richtungsstreit: Mehr als 300 Mitglieder treffen sich in Iserlohn, um die Führung der neu gegründeten Generation Deutschland (GD) zu wählen – einer Jugendorganisation, die direkt an die Partei angebunden ist. Die Abstimmung offenbart tiefe Gräben zwischen dem "patriotischen" Parteiflügel und der Landesführung unter Martin Vincentz.

Die GD löst die Junge Alternative ab, die nach der Einstufung als rechtsextrem durch den Verfassungsschutz aufgelöst worden war. Anders als ihr Vorgänger beschränkt die GD die Mitgliedschaft ausschließlich auf AfD-Mitglieder und will so die Kontrolle über ihre Aktivitäten verschärfen.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht Matthias Helferich, ein rechtsextremer Bundestagsabgeordneter, der wegen ethnonationalistischer Positionen aus der AfD-Fraktion ausgeschlossen wurde. Obwohl er formal noch Parteimitglied ist, kämpft er gegen seinen Rauswurf. Seine Anhänger dominieren den vorläufigen Instagram-Account der GD, und mit Luca Hofrath – einer Figur mit Verbindungen zur rechtsextremen Identitären Bewegung – kandidiert einer seiner Unterstützer für den GD-Vorsitz in NRW.

Helferichs Lager stellt sich gegen Vincentz’ Führung, die ihrerseits Manuel Krauthausen unterstützt. Dieser ist bekannt für die Verbreitung antisemitischer Verschwörungstheorien und die Forderung nach massenhafter "Remigration". Sollte Helferichs Gruppe die GD in NRW unter ihre Kontrolle bringen, könnte dies nicht nur Vincentz’ Wiederwahl als Landesvorsitzenden gefährden, sondern die Partei weiter nach rechts rücken.

Das Ergebnis der GD-Wahl wird die künftige Ausrichtung der AfD in NRW prägen. Ein Sieg von Helferichs Anhängern könnte den rechtsextremen Flügel stärken, während Vincentz’ Unterstützer ihren Einfluss wahren wollen. Die Entscheidung könnte auch Auswirkungen auf die bundesweite Positionierung der Partei vor kommenden Wahlen haben.