Machtkampf in der AfD NRW: Vincentz steht vor innerparteilicher Abwahl
Kirsten HentschelMachtkampf in der AfD NRW: Vincentz steht vor innerparteilicher Abwahl
Zwei Abgeordnete der rechtsextremen AfD haben einen Vorstoß unternommen, um Martin Vincentz als Landesvorsitzenden in Nordrhein-Westfalen abzulösen. Fabian Jacobi und Christian Zaum kandidieren gemeinsam und werden von Kritikern von Vincentz' Führung unterstützt. Der Herausforderungsantrag folgt auf monatelange interne Streitigkeiten über Personalentscheidungen und die politische Ausrichtung der Partei.
Der nordrhein-westfälische Landesverband der AfD ist seit Langem von internen Machtkämpfen geprägt, wobei viele Mitglieder mit den Entscheidungen Vincentz' unzufrieden sind. Seine beiden Stellvertreter, Sven Tritschler und Enxhi Seli-Zacharias, haben sich inzwischen der Opposition angeschlossen und unterstützen die Kampagne von Jacobi und Zaum. Kritiker werfen Vincentz zudem vor, Loyalisten wie Klaus Esser zu schützen, während er gegenüber anderen strengere Maßstäbe anlege.
Fabian Jacobi gilt innerhalb der Partei als polarisierende Figur. Einige Mitglieder machen ihn für den Ausschluss der AfD von der Bremer Senatswahl 2023 mitverantwortlich. Christian Zaum wiederum sieht sich mit Parteiausschlussverfahren konfrontiert, nachdem er angeblich die Aufnahme neuer Mitglieder blockiert haben soll.
Matthias Helferich, Bundestagsabgeordneter des rechtsextremen Flügels der AfD, hat die Herausforderung öffentlich unterstützt. Beide Kandidaten genießen Rückhalt bei Vincentz-Gegnern, doch das genaue Ausmaß ihrer Unterstützung in der Partei bleibt unklar.
Der Führungsstreit offenbart die tiefen Gräben im nordrhein-westfälischen AfD-Landesverband. Sollten Jacobi und Zaum erfolgreich sein, würden sie Vincentz ersetzen und könnten so die interne Machtstruktur der Partei neu gestalten. Das Ergebnis könnte auch Auswirkungen auf die Strategie der AfD im Vorfeld künftiger Wahlen haben.