Lissabons CSD 2025: Tausende feiern Widerstand gegen wachsende Bedrohungen
Mark BolnbachLissabons CSD 2025: Tausende feiern Widerstand gegen wachsende Bedrohungen
Tausende bei Lissabons 27. CSD unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“
Am Samstag zog der 27. LGBTI+-Pride-Marsch in Lissabon Tausende auf die Straßen. Unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“ begann die Demonstration um 17 Uhr am Praça Marquês de Pombal und vereinte Aktivist:innen, Unterstützer:innen und Familien in einem Zeichen der Solidarität. Die Veranstalter:innen warnten vor wachsenden Bedrohungen für hart erkämpfte Rechte und betonten, dass der Marsch sowohl ein Fest als auch ein Protest sei.
An der Demonstration beteiligten sich 17 Vereine und Kollektive, die sich für LGBTI+-Rechte, Feminismus und Antirassismus einsetzen. Ihre Präsenz unterstrich die breite Allianz, die in Portugal für Gleichberechtigung kämpft. Besonders besorgniserregend ist die mögliche Abschaffung des Gesetzes 38/2018, das die Selbstbestimmung von Geschlechtsidentität und -ausdruck garantiert – ein zentrales Anliegen der Teilnehmenden.
Joana Mortágua vom Bloco de Esquerda äußerte Trauer über den Rückschritt bei den Rechten, gelobte aber weiteren Widerstand. Paulo Muacho, Abgeordneter der Partei Livre, rief die Menschen dazu auf, an Pride-Veranstaltungen teilzunehmen, und verwies auf eine zunehmend radikalisierte Rechte, die LGBT-Personen gezielt angreife. Helder Bértolo, einer der Organisator:innen, prognostizierte noch größere Teilnehmerzahlen für 2026, falls die Angriffe auf Rechte anhalten.
Rund 50.000 Menschen nahmen an den Märschen 2024 und 2025 teil und machten die Veranstaltung zu einem kraftvollen Symbol für Stolz und Widerstand. Das Organisationskomitee betonte, dass es sich nicht nur um eine Feier handle, sondern um einen notwendigen Stand gegen Rückschritte.
Der CSD 2025 unterstrich den Willen der Community, ihre Rechte und Sichtbarkeit zu verteidigen. Angesichts der drohenden Gefährdung von Gesetzen wie Gesetz 38/2018 machten Organisator:innen und Teilnehmende deutlich: Widerstand bleibt unverzichtbar. Die hohe Beteiligung signalisierte die anhaltende öffentliche Unterstützung für Gleichberechtigung und Inklusion.






