Krefelds Einzelhandel kämpft trotz mehr Besuchern mit sinkenden Umsätzen 2025
Linus JesselKrefelds Einzelhandel kämpft trotz mehr Besuchern mit sinkenden Umsätzen 2025
Wie viel Unternehmen in Nordrhein-Westfalen durchlebten 2025 ein schwieriges Jahr – viele verzeichneten rückläufige Umsätze und schwache Weihnachtsgeschäfte. In Krefeld führte der gestiegene Fußgängeraufkommen auf der Hochstraße nicht zu einer Belebung des Einzelhandels, was Händler mit Sorge auf das Jahr 2026 blicken lässt. Die Stadtverwaltung plant nun neue Maßnahmen, um die Lage zu verbessern.
Die Weihnachtsaison 2025 entwickelte sich für den Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen enttäuschend. Mehr als die Hälfte der Unternehmen bewertete sie als schlechter oder deutlich schlechter als im Vorjahr. Viele machten die zurückhaltende Kaufbereitschaft der Kunden, steigende Preise und höhere Mindestlöhne für die schwache Entwicklung verantwortlich.
In Krefeld stieg die Passantenzahl auf der Hochstraße 2025 um etwa 180.000 an. Dennoch blieben die Umsätze aus. Händler hatten zudem mit übermäßiger Bürokratie und Verzögerungen bei städtischen Projekten zu kämpfen. Markus Ottersbach, Geschäftsführer des regionalen Einzelhandelsverbands, betonte, dass Krefelds Probleme einen bundesweiten Trend widerspiegeln: mehr Kundenfrequenz, aber keine entsprechenden Umsatzsteigerungen.
Doch es gab auch Fortschritte. Seit 2023 schafften große Bauvorhaben – wie die Revitalisierung der Innenstadt und die Aufwertung der Fußgängerzone – über 500 neue Arbeitsplätze. Bis Mitte 2025 verbesserten diese Maßnahmen zudem den Verkehrsfluss, schufen grüne Flächen und modernisierten den ÖPNV. Die Besucherzahlen im Einzelhandel stiegen um 15 Prozent, doch dies schlug sich nicht in höheren Umsätzen nieder.
Für 2026 rechnet mehr als die Hälfte der Unternehmen in der Region mit stagnierenden Umsätzen. Fast ein Drittel bleibt jedoch optimistisch und erwartet Wachstum oder stabile Erträge. Krefeld will die Diskrepanz zwischen Fußgängeraufkommen und Umsätzen mit einer Sonderkampagne und dem neu beschlossenen "Innenstadt-Belebungspaket" angehen.
Die Krefelder Händler starten mit einer Mischung aus Vorsicht und gezielten Maßnahmen ins Jahr 2026. Zwar haben die Stadtentwicklungsprojekte mehr Besucher angelockt, doch die Umsätze blieben bisher aus. Neue Initiativen sollen diese Lücke schließen – doch die gesamtwirtschaftlichen Belastungen bleiben für viele Unternehmen eine Herausforderung.






