Krebs bleibt in NRW eine der häufigsten Todesursachen mit deutlichen regionalen Unterschieden
Kirsten HentschelFast jeder Vierte stirbt an Krebs - Krebs bleibt in NRW eine der häufigsten Todesursachen mit deutlichen regionalen Unterschieden
Krebs bleibt in Nordrhein-Westfalen eine der häufigsten Todesursachen und ist für etwa jeden vierten Sterbefall verantwortlich. Im Jahr 2024 starben im Bundesland über 51.000 Menschen an der Krankheit – mit deutlichen regionalen Unterschieden in den Sterberaten. Neue Daten zeigen sowohl anhaltende Herausforderungen als auch langfristige Fortschritte bei der Überlebensrate von Krebspatienten in Städten wie Herne und Bonn.
Die landesweite Krebssterblichkeit lag 2024 bei 284 Todesfällen pro 100.000 Einwohner. Unter den Großstädten verzeichnete Herne mit 345 Todesfällen pro 100.000 die höchste Rate, während Bonn mit 218 die niedrigste aufweisen konnte. Das durchschnittliche Sterbealter von Krebspatienten betrug 75,3 Jahre.
Tumore des Verdauungssystems waren bei Männern (30 %) und Frauen (27,2 %) die häufigste Todesursache. Bei Männern folgten bösartige Neubildungen der Atmungsorgane auf Platz zwei, gefolgt von Krebsarten der männlichen Geschlechtsorgane (12 %). Bei Frauen war Brustkrebs mit 16,5 % der Todesfälle die dritthäufigste Ursache.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben sich die regionalen Unterschiede bei der Krebssterblichkeit verringert. Im Ruhrgebiet sank in Herne die altersstandardisierte Rate deutlich – von über 250 Todesfällen pro 100.000 im Jahr 2000 auf etwa 180 im Jahr 2020. Bonn, bereits eine der Städte mit den niedrigsten Werten, reduzierte die Rate im gleichen Zeitraum von rund 160 auf 120 pro 100.000. Trotz dieser Fortschritte weist Herne weiterhin eine der höchsten Sterberaten auf, während Bonn zu den Städten mit den niedrigsten zählt.
Die aktuellen Zahlen zeigen einen stetigen Rückgang der Krebssterblichkeit in Nordrhein-Westfalen, auch wenn die Unterschiede zwischen den Städten bestehen bleiben. Da Tumore des Verdauungs- und Atmungssystems zu den häufigsten Todesursachen zählen, konzentrieren sich die Bemühungen des öffentlichen Gesundheitswesens weiterhin auf Prävention und Früherkennung. Die Daten, die vom Statistischen Bundesamt und dem Robert Koch-Institut stammen, unterstreichen sowohl die erzielten Fortschritte als auch die anhaltenden Herausforderungen bei der Reduzierung krebsbedingter Todesfälle.