31 March 2026, 08:17

Kratzers mutige Neuinszenierung von Schumanns Paradies und Peri polarisiert Hamburgs Opernpublikum

Ein Buch mit dem Titel 'The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts' ist aufgeschlagen und zeigt eine Seite mit Text und einem Logo.

Kratzers mutige Neuinszenierung von Schumanns Paradies und Peri polarisiert Hamburgs Opernpublikum

Robert Schumanns Oratorium Das Paradies und die Peri erlebt eine mutige Neuinszenierung an der Hamburgischen Staatsoper

Unter der Regie von Tobias Kratzer und der musikalischen Leitung des neu berufenen Generalmusikdirektors Omer Meir Wellber verbindet die Produktion zeitgenössische Themen mit einer Erzählung des 19. Jahrhunderts. Die Premiere löste bei den Zuschauern sowohl begeisterten Applaus als auch kontroverse Diskussionen aus.

Das Oratorium, inspiriert von Thomas Moores orientalischer Erzählung aus Lalla Rookh, begleitet Peri, ein engelhaftes Wesen, auf ihrer Suche nach einem Geschenk, das des Paradieses würdig ist. Für diese Wiederbelebung des Werks haben Kratzer und der Bühnenbildner Rainer Sellmaier die Handlung vor dem Hintergrund moderner Krisen neu interpretiert – von Krieg und Seuchen bis zum Klimakollaps. Konkrete Inszenierungsdetails bleiben jedoch vorerst ungeöffnet.

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Wellber dirigierte die Philharmoniker Hamburg zu einer mitreißenden Darstellung, während der Chor über die traditionelle Rolle hinauswuchs: Statt im Hintergrund zu bleiben, bezog er das Publikum aktiv in das Bühnengeschehen ein. Kratzer brach gezielt die vierte Wand, setzte Saalbeleuchtung und Live-Kameraübertragungen ein, um zusätzliche Kommentarebenen zu schaffen.

Die Solisten Eliza Boom, Kai Kluge und Christoph Pohl glänzten bei der Premiere mit herausragenden Leistungen. Das Publikum reagierte mit begeistertem Beifall, aber auch vereinzelten Buhrufen – ein Zeichen für die polarisierende Wirkung der Inszenierung. Die Produktion steht für Kratzer's Bestreben, das Opernhaus für ein breiteres Hamburger Publikum zugänglicher und gesellschaftlich relevanter zu gestalten.

Die Premiere läutete zugleich die neue Spielzeit ein, die unter anderem experimentelle Musiktheaterabende wie Monster's Paradise sowie eine frische Interpretation von Frauenliebe und -leben verspricht.

Mit Wellbers energiegeladener musikalischer Führung und einer visuell immersiven Herangehensweise setzt die Hamburgische Staatsoper mit Das Paradies und die Peri ein provokantes Statement für ihre Zukunft unter Kratzer. Die gespaltenen Zuschauerreaktionen unterstreichen den Anspruch der Produktion, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen.

Quelle