Komplexe Sprache in Startup-Pitches erhöht Finanzierungschancen um 7,25 Prozent
Kirsten HentschelKomplexe Sprache in Startup-Pitches erhöht Finanzierungschancen um 7,25 Prozent
Eine neue deutsche Studie legt nahe, dass die Verwendung komplexer Sprache in Pitches von Startups die Chancen auf Finanzierung erhöhen kann. Die Forschungsergebnisse widersprechen dem gängigen Rat, solche Präsentationen möglichst einfach zu halten. Wissenschaftler:innen der Technischen Universität Dortmund, der Universität Passau und der Technischen Universität München leiteten die Studie.
Das Team analysierte 547 Startup-Pitches vom TechCrunch Disrupt Startup Battlefield mit computergestützten Methoden. Zudem führten sie eine randomisierte Studie mit 240 Entscheidungsträger:innen durch. Beide Ansätze zeigten, dass eine höhere sprachliche Komplexität zu einer Steigerung der Erfolgsquote bei der Finanzierung um 7,25 Prozent führte.
Kognitive Komplexität – etwa durch differenzierte Argumente und vergleichende Schlussfolgerungen – stärkte die Glaubwürdigkeit der Gründer:innen. Investor:innen nahmen diejenigen, die eine anspruchsvolle Sprache nutzten, als kompetenter wahr, insbesondere wenn diese über eine elitäre akademische Laufbahn verfügten. Die Studie warnte jedoch davor, dass eine übermäßig komplexe Sprache Investor:innen verwirren oder den Pitchenden unentschlossen wirken lassen könnte.
Prof. Lorenz Graf-Vlachy von der TU Dortmund betonte die Bedeutung von kritischem Denken und dem Umgang mit Komplexität in der unternehmerischen Kommunikation. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Entrepreneurship Theory and Practice veröffentlicht.
Die Studie liefert Belege dafür, dass eine nuancierte, komplexe Sprache die Finanzierungschancen von Startups verbessern kann. Gleichzeitig wird auf die Risiken übertriebener Komplexität hingewiesen, die die Klarheit beeinträchtigen könnte. Gründer:innen könnten nun darüber nachdenken, ihre Pitches nicht zu stark zu vereinfachen.






