16 March 2026, 10:12

Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – und löst damit eine hitzige Debatte aus

Kölner Dom könnte erstmals in seiner Geschichte Eintrittsgeld verlangen

Die geplante Einführung eines Eintrittsgelds für den Kölner Dom stößt auf scharfe Kritik – insbesondere von Barbara Schock-Werner, der ehemaligen Dombaumeisterin. Sie warnt, dass eine solche Gebühr den Zugang einschränken und die Rolle des Doms als städtisches Zentrum verändern könnte.

Das UNESCO-Weltkulturerbe zieht jährlich sechs Millionen Besucher an und zählt zu den bekanntesten katholischen Kirchen weltweit. Hier werden die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt. Trotz seiner Beliebtheit plant die Domverwaltung nun, in der zweiten Jahreshälfte erstmals ein Eintrittsgeld zu erheben – die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest.

Schock-Werner bezeichnete den Vorschlag als "sehr problematisch". Sie argumentiert, dass eine Eintrittsgebühr den Dom nur noch zahlungskräftigen Besuchern zugänglich machen würde. Zwar erkennt sie den Bedarf nach zusätzlichen Einnahmen an, betont jedoch, dass eine Gebühr Besucher abschrecken und die kulturelle Bedeutung des Bauwerks schwächen könnte.

Die öffentliche Ablehnung solcher Gebühren hat in den letzten Jahren zugenommen. 2023 unterzeichneten über 100.000 Menschen eine Petition gegen die Kölner Pläne. Ähnliche Proteste gab es 2024 nach Preiserhöhungen für Schloss Neuschwanstein, die in einigen Fällen – wie beim Lübecker Holstentor – zu Ausnahmen führten.

Die Debatte um das Eintrittsgeld für den Kölner Dom zeigt das Spannungsfeld zwischen Finanzierungsbedarf und öffentlichem Zugang. Sollte die Gebühr eingeführt werden, könnte sie das Erlebnis des historischen Ortes grundlegend verändern. Noch stehen die endgültige Höhe und mögliche Befreiungen nicht fest.

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