John Eliot Gardiner löst mit skurriler Konzert-Aktion neue Kritik aus
Mark BolnbachJohn Eliot Gardiner löst mit skurriler Konzert-Aktion neue Kritik aus
Der renommierte Dirigent John Eliot Gardiner steht nach einem ungewöhnlichen Vorfall während eines Konzerts in Leipzig erneut in der Kritik. Der Zwischenfall reiht sich in eine Reihe mutmaßlicher Fehlverhaltensvorwürfe ein – und das, während der Dirigent weiterhin gefragter Gast in der Branche bleibt.
Bei dem jüngsten Vorfall, der sich während eines Auftritts mit Gardiners Constellation Ensemble ereignete, steckte der Maestro der Mitarbeiterin zum Abschluss des Konzerts – während des Applauses – eine Papierrolle in das Shirt. Die Frau schien sich zunächst zu wehren. Gardiner gab später an, von der Reaktion überrascht gewesen zu sein; er habe die Rolle lediglich hinter ihrer Halskette platzieren wollen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Gardiner mit Vorwürfen konfrontiert wird. Bereits in Frankreich war ihm vorgehalten worden, einen Kontrabassisten geohrfeigt zu haben. Nach dem Leipziger Vorfall entschuldigte er sich öffentlich und kündigte an, eine kognitive Verhaltenstherapie zu beginnen.
Trotz der wiederholten Kontroversen arbeitet die klassische Musikszene weiterhin weitgehend mit ihm zusammen. Allerdings hatte sich sein ehemaliger Monteverdi Chor nach früheren Vorwürfen geweigert, weiter mit ihm zu kooperieren – was Gardiner schließlich zur Gründung des Constellation Ensembles veranlasste.
In einer Stellungnahme deutet Gardiner an, den jüngsten Vorfall nicht als Fehlverhalten zu betrachten. Nach wie vor ist er in der Szene aktiv, und viele Institutionen buchen ihn weiterhin für Auftritte. Seine Karriere verläuft damit ungebrochen – auch wenn sein Ruf durch solche Ereignisse immer wieder auf die Probe gestellt wird.
