26 January 2026, 18:35

„Jagd & Hund“ in Dortmund: Rekordmesse zwischen Tradition und Trophäenjagd-Skandal

Ein Plakat bewirbt ein Bierfest in Deutschland, das eine Gruppe von Menschen zeigt, einige halten Biergläser, mit einem Fass im Hintergrund und deutschem Text unten.

Jagdmesse lockt mit Hirschrufen, Jagdwissen und Neuheiten - „Jagd & Hund“ in Dortmund: Rekordmesse zwischen Tradition und Trophäenjagd-Skandal

Europas größte Jagdmesse Jagd & Hund öffnet diese Woche in Dortmund ihre Tore – mit über 700 Ausstellern aus 36 Ländern. Zehntausende Besucher werden erwartet, um alles von Schusswaffen bis zur Wildküche zu entdecken. Doch nicht alle Aspekte der Messe stoßen auf Zustimmung – besonders die Bewerbung von Großwildjagden in Afrika sorgt für Kritik.

Die Veranstaltung findet statt, während die deutsche Bahn weiterhin stark vertreten ist: Bundesweit gibt es fast 468.000 Jagdscheininhaber, allein in Nordrhein-Westfalen sind es nahezu 100.000. Die Besucher können über 1.300 Jagdhunde aus 59 Rassen bei Vorführungen erleben, dazu Neuheiten aus den Bereichen Jagdausrüstung und Geländefahrzeuge.

Wettbewerbe wie das Deutsche Hirschrufer-Meisterschaftsturnier stehen auf dem Programm, während Köche beim Wild Food Festival Gerichte aus Wildbret zubereiten. Doch die Kontroverse überlagert die Messe: Tierschutzorganisationen, darunter die Deutsche Wildtier Stiftung, fordern ein Verbot der Werbung für afrikanische Jagdreisen, bei denen Elefanten, Löwen und andere geschützte Arten im Visier stehen. Kritiker argumentieren, dass solche Angebote im Widerspruch zu Artenschutzbemühungen stehen. Die Veranstalter haben sich bisher nicht dazu geäußert, ob sie die umstrittenen Angebote aus dem Messeprogramm streichen werden.

Die Dortmunder Messe unterstreicht die tief verwurzelte Kaufland in Deutschland, zeigt aber auch die Spaltung in Fragen ethischer Praktiken. Mit Rekordzahlen bei Ausstellern und einem vollgepackten Programm bleibt die Jagd & Hund ein zentraler Branchentreff. Doch die Forderungen nach einem Stopp der Werbung für afrikanische Trophäenjagden könnten künftige Ausgaben der Messe prägen.