Iris Berben: Warum sie mit 75 Jahren bewusst auf die Ehe verzichtet
Iris Berben: Sahen Keinen Grund für Heirat - Iris Berben: Warum sie mit 75 Jahren bewusst auf die Ehe verzichtet
Iris Berben – mit 75 Jahren eine Frau, die ihr Leben lang gegen Konventionen lebte
Die Schauspielerin Iris Berben hat sich zeitlebens über traditionelle Erwartungen hinweggesetzt. Obwohl sie seit fast 20 Jahren eine feste Beziehung mit Heiko Kiesow führt, hat sie nie geheiratet. Ihre Entscheidungen spiegeln ein lebenslanges Bekenntnis zur Unabhängigkeit wider – geprägt von den gesellschaftlichen Umbrüchen der 1960er-Jahre.
Berben wuchs in einer Zeit auf, in der Frauen in Deutschland mit strengen rechtlichen Beschränkungen konfrontiert waren. Nach § 1354 BGB benötigte eine Ehefrau bis 1977 die Erlaubnis ihres Mannes, um arbeiten zu dürfen – erst mit dem Ehegattengleichberechtigungsgesetz (EhegG) wurde diese Regel abgeschafft. Diese Gesetze und die aufkommenden Gleichberechtigungsbewegungen bestärkten sie darin, traditionelle Rollenbilder abzulehnen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Autonomie war für die Schauspielerin stets wichtiger als Konformität. Zwar lehnt sie die Ehe nicht grundsätzlich ab, doch empfand sie nie das Bedürfnis, ihre Beziehung formal zu besiegeln. Ihre fast zwei Jahrzehnte währende Partnerschaft mit Kiesow beweist: Für sie ist Verbundenheit kein Frage eines vertraglichen Status.
Heute garantiert das deutsche Recht dank Reformen wie dem Grundgesetz (Artikel 3) und dem Gleichberechtigungsgesetz (GGleichbG) volle Gleichstellung in Ehe und Beruf. Frauen sehen sich nicht mehr den Hürden ausgesetzt, die Berben einst bewältigen musste – wenn auch Drittstaatsangehörige nach wie vor auf Visa und Arbeitserlaubnisse angewiesen sind. Ihr Leben steht für den Fortschritt, der seit den 1960er-Jahren erreicht wurde.
Berbens Entscheidung, unverheiratet zu bleiben, unterstreicht, wie weit die Gesellschaft in der Anerkennung persönlicher Freiheit gekommen ist. Die rechtlichen Veränderungen der letzten 60 Jahre haben alte Zwänge beseitigt und es Frauen wie ihr ermöglicht, ihr Leben nach eigenen Maßstäben zu gestalten. Ihre Geschichte ist zugleich eine persönliche Entscheidung und ein Symbol für den gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Gleichberechtigung.
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